Für viele Menschen in lebensbedrohlichen Situationen werden unsere Hunde zu Lebensrettern.
Ein Rettungshund arbeitet immer zusammen mit seinem Rettungshundeführer, gemeinsam werden sie als Rettungshundeteam bzw. als SAR-Team (Search-and-Rescue-Team) bezeichnet.
In der Rettungshundearbeit sind die einzelnen Einsatzsparten, in denen ein Rettungshundeteam arbeitet, genau definiert und die Ausbildung erfolgt bereichsspezifisch und stets individuell.
Einen grundlegenden und wesentlichen Aspekt in der Zusammenarbeit des SAR-Teams stellt dabei die verlässliche Anzeige des Hundes dar, wenn er eine Person gefunden hat.
Der Hundeführer muss sich dabei zu 100% auf seinen Hund verlassen können – nur so ist gewährleistet, dass der Fundort genau lokalisiert werden kann und dem in Not geratenen Menschen geholfen werden kann.
Das absolute Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Hundeführer ist die Basis für ein erfolgreiches SAR-Team.
Unsere Rettungshundeteams werden in Flächen- und Trümmersuche ausgebildet und zeigen im Regelfall durch Verbellen an.
FLÄCHENSUCHE
Darunter versteht man die Suche von vermissten Personen auf der Fläche, wie zb. im Wald, auf Wiesen, im unwegsamen Gelände.
Beispiele für derartige Einsatzalarmierungen sind:
- Kind hat sich verirrt
- Wanderer kehrt nicht mehr zurück, ist möglicherweise verletzt
- Suizidgefährdete Menschen sind weggelaufen
- Verwirrter Pensionist ist aus Altenheim abgängig
Die Trefferwahrscheinlichkeit hängt häufig vom Informationsstand und der daraus resultierenden Einsatztaktik ab.
Daher ist uns sehr wichtig, dass der Hundeführer umfangreiches Wissen über das Opferverhalten besitzt!
Bei einer Flächensuche, in der der Hund beispielsweise im Zick-Zack-Revier das Gebiet absucht, ersetzt der Hund gut 50 Menschen einer Suchkette. So sind weniger Einsatzkräfte notwendig und es ist eine raschere Suche möglich.
TRÜMMERSUCHE
Darunter versteht man die Suche von verschütteten Personen unter verschiedensten Materialien wie Stein, Beton, Plastik, Glas, Holz etc.
Beispiele für Einsatzalarmierungen sind:
- Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Erdrutsche, verheerende Stürme, Vulkanausbrüche
- Sonstige Katastrophen wie Explosionen, Flugzeug- und Eisenbahnunglücke, Gebäudeeinstürze, Dammbrüche, Brände, Grubenunglücke
Trümmerarbeit zählt zur Königsdisziplin in der Rettungshundearbeit, da die Nasenarbeit durch folgende Umstände erheblich erschwert wird:
- Der Trümmerhund muss die menschliche Witterung aus einer Vielzahl an anderen Gerüchen herausfiltern
- Opfer sind unter meterdicken Trümmerschichten begraben
- Staub erschwert die Nasenarbeit des Hundes
- Gefahrlose Fortbewegung auf den Trümmern erfordert viel Übung
- Einsatz im Ausland führt zu besonderen Belastungen: langer Transport, Klimaumstellung, Dauerstress und Schlafentzug
Auch für den Rettungshundeführer und alle anderen Hilfskräfte innerhalb der Rettungsmannschaften stellt ein Trümmereinsatz eine erhebliche Belastung dar:
- Absolute Ausnahmesituationen, die erheblichen Anspruch an die körperliche und psychische Konstitution stellen
- Schwierige technische Aufgabenstellung
- Erheblicher Geräte- und Personalaufwand
- Sehr ungewisse statische Situation eines (teil-)zerstörten Gebäudes
- Risiken für Einsatzkräfte und verschüttete Personen
- Zeitlicher Druck im Einsatzgeschehen
SONSTIGE EINSATZSPARTEN:
Man Trailing
Verfolgung der Spur eines ganz bestimmten Menschen (Trail), dabei orientiert sich der Hund an Partikeln, die der Mensch verloren hat.
Notwendig dazu ist ein bestimmter Geruchsartikel der vermissten Person. Prinzipiell ist es aber egal, ob es sich dabei zb um ein Kleidungsstück oder um ein Fahrzeug handelt, in dem der Vermisste gesessen ist. Ein sehr gut ausgebildeter Trailerhund kann auch nach schlechten Witterungsbedingungen bis zu 6 Tagen nach der Abgängigkeit die Spur ausfindig machen, egal ob die Spur dabei im Wald oder im Stadtgebiet ist. Diese Ausbildung ist sehr sehr zeitintensiv und verlangt auch sehr viel Gespür vom Hundeführer, damit er seinen Hund, welchen er an der Schleppleine während der Suche führt, auch lesen kann. Der Hundeführer muss eindeutig verstehen, wann sein Hund auf der richtigen Spur ist und wann nicht.
Unterschied zum Fährtenhund ist der, dass der Fährtenhund sich an den frischen Bodenverletzungen, also dem Fußabdruck selbst, orientiert, somit hat er meistens ein Problem, wenn der Vermisste auf einem Asphaltweg gegangen ist oder wenn bereits andere Personen über die Spur gelaufen sind. Der Mantrailer geht definitiv nur auf den Individualgeruch der vermissten Person.
Wassersuche
Einsatzgebiet: Aufspüren und Anzeigen von lebenden und toten Menschen unter Wasser. Abgrenzung zur Wasserrettung, bei welcher Hunde in Not geratene Menschen aus dem Wasser ziehen.
Diese Art von Ausbildung wird von in unserer ehrenamtlichen Tätigkeit nur zur Abwechslung im Sommer trainiert. Jedoch wenn, dann nur, dass der Hund den Menschen ans Wasser ziehen kann. Diese Art der Suche wird im Ernstfall vom Innenministerium durchgeführt.
Lawinensuche
Suchen nach unter Schneemassen begrabenen Menschen (Lawinenfelder), wo schnelle Hilfe notwendig ist!
Hier sei uns ein kleiner Vergleich gestattet:
20 menschliche Helfer mit Lawinensonde versus 1 Hund bei einem Suchfeld von 100 x 100 Metern:
Oberflächensuche: Sonde 15-30 min / Hund 5-10 min
Grobsuche: Sonde 4 Stunden / Hund 30 min
Feinsuche: Sonde 20 Stunden / Hund 2 Stunden
Auch dieser Teil der Ausbildung ist in unserem Einsatzgebiet nicht notwendig. Im Winter, wenn genug Schnee vorhanden ist, wird jedoch auch zur Abwechslung und für den Spaßfaktor mittrainiert.