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Am Samstag, den 24. Juli 2004, organisierte die Arbeiter-Samariterbund-Gruppe Simmering eine
Katastrophenübung im Gaswerk Leopoldau.
Insgesamt 42 Teilnehmer, darunter Sanitäter, Rettungshundestaffel, Jugendgruppe und Helfer,
übten für den Ernstfall und wurden an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht.
Augenmerk wurde auf die Dauer ab der Alarmierung bis zum Eintreffen der Rettungshundestaffel,
die Zusammenarbeit zwischen Hundestaffel und deren Staffelsanitätern und den Rettungssanitätern
sowie das Agieren unserer Führungskräfte gelegt. |
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06:00 Uhr. Unser Sanitätspersonal wird durch die Technische Leitung in Alarmbereitschaft
versetzt.
06:30 Uhr. Information an den Technischen Leiter, dass sich das Sanitätspersonal um 08:00
vor dem Tor zum Gaswerk Leopoldau einfinden soll.
07:43 Uhr. Die ersten Hilfsmannschaften treffen ein.
08:40 Uhr. Einige Jugendliche aus unserer Jugendgruppe kommen an und werden sofort zum Schminken
gebracht.
09:05 Uhr. Alarmierung der vor dem Gelände des Gaswerks wartenden Sanitätseinheit.
Das angenommene Unglück ist eine Gasexplosion, bei der 24 Kinder verletzt wurden.
09:15 Uhr. Die ersten Verwundeten werden geborgen und in einen ehemaligen Veranstaltungssaal,
welcher inzwischen notdürftig in eine Ambulanz umfunktioniert wurde, gebracht.
Nach der Gewissheit, dass sich noch 20 Vermisste auf dem Gelände befinden müssen
und dass für die Sanitäter durch das unwegsame Gebiet keine Suche möglich ist, wird
für unsere Hundestaffel, die nichts von unserer Übung weiß, überraschend
um 09:30 Uhr Alarm ausgelöst.
In der Ambulanz werden die Verletzten für den Abtransport ins Krankenhaus vorbereitet.
Anschließend wird eine ehemalige Kantine als Verpflegungsstelle eingerichtet.
Inzwischen wird erneut Alarm geschlagen. Zufällig werden von Passanten fünf verletzte
Kinder mehrere 100 Meter vom eigentlichen Unglücksort gefunden. Das Können der
Sanitäter ist wieder gefragt.
10:55 Uhr. Unsere Rettungshundestaffel trifft ein. Unsere speziell trainierten
Hundestaffelsanitäter schließen sich ihr an. Nach dem Einholen diverser Informationen machen
sie sich sofort auf die Suche nach den restlichen Vermissten.
Teilweise unwegsames Gelände mit hohem Pflanzenwuchs und Steilhängen, Schächte,
Kanäle und bunkerartige Orte werden von unseren vierbeinigen Spürnasen abgesucht.
Nach und nach werden Vermisste gefunden, von denen einige Knochenbrüche, Schädel-,
Wirbelsäulen- und offene Bauchverletzungen aufweisen. Die Staffelsanitäter beginnen mit
der Erstversorgung und Bergung und übergeben sie nach schwierigen Bergeaktionen den
nachbeorderten Rettungsteams zum Abtransport in die Ambulanz.
Besonders interessant gestaltet sich die Bergung einer Wirbelsäulenverletzten, die auf einer
Schaufeltrage gelagert über einen steilen Hang abgeseilt wird.
Es geht Schlag auf Schlag. Kaum ist ein Verletzter geborgen, findet man schon den nächsten.
Eine wahre Herausforderung für Mensch und Tier folgt für die nächsten Stunden.
Nach der substanzraubenden Aktion trainieren noch einige Sanitäter und Hundeführer der
Hundestaffel das Abseilen von einem Gebäudedach aus ca. 25 m Höhe und bekommen Informationen
über Berge- und Abseiltechnik. |
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Alle Teilnehmer machten mit viel Engagement mit und es herrschte eine ausgezeichnete Teamarbeit.
Selbst die heiße Mittagssonne nahm keinem die gute Laune und auch, als zum Abschluss ein
Wolkenbruch einige von uns bis auf die Haut durchnässte war die Stimmung hervorragend.
Nach einem gemeinsamen Würstelessen und einer Abschlussbesprechung fuhren die Übungsteilnehmer
erschöpft, aber mit vielen neuen Eindrücken nach Hause.
Vielen Dank an alle Mitarbeiter, die mitgeholfen haben, diese Übung zu einem so
lehrreichen Ereignis zu machen.
Jeder war ein wichtiger Teil, ob beim Schminken der Figuranten, in der Küche,
in der Ambulanz oder bei der Vermisstensuche. Jeder einzelne hatte eine wichtige Aufgabe zu erfüllen,
ohne die unsere Übung nicht so toll geworden wäre.
Ein besonderer Dank gilt den Jugendlichen unserer Jugendgruppe, die geduldig und voller Begeisterung
die Figuranten abgaben. In unwegsamem Gelände und in dunklen Löchern hatten sie ausgeharrt,
bevor sie von den Rettungshunden gefunden wurden.
Weiters bedanken wir uns bei Wien Energie für die Erlaubnis, auf dem Gelände des Gaswerks
Leopoldau zu üben, der Gruppe Floridsdorf, die uns zwei Rettungsautos zur Verfügung stellte
und bei Jimmy Zimmermann, der dafür sorgte, dass wir nicht verdursteten,
indem er uns erfrischende Getränke der Firma Vöslauer spendierte.
Bericht und Fotos: Michaela Schwinghammer, Dokuteam ASB Gruppe Simmering
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