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61. Österreich Radrundfahrt

Zum 61. Mal rollt der Tourtross der Österreichischen Radrundfahrt durch ganz Österreich - und bereits zum 7. Mal begleiten die Villacher Samariter den Tross auf ihrem Weg über 1.200 km.   6 Sanitäter (Florian Zimmermann, Markus Sandrieser, Christoph Messner, Toni Eschli, Christoph Schneider, Daniel Modic) und 1 Notarzt (Dr. Harald Gassler) sind mit zwei Rettungsfahrzeugen und einem Tourarzt-Fahrzeug für die ärztliche Versorgung der Radfahrer zuständig.


"Live"-Berichterstattung der Ö-Tour-Crew:

 

Zum 61. Mal tourt die Österreich Radrundfahrt durch das Land, deren Start heuer seit langem wieder im wunderschönen "Ländle" war. Eine Woche fährt der Bikertross quer durch Österreich und legt insgesamt 1246 km zurück. Bereits zum 7. Mal wird diese durchgehend vom Samariterbund Kärnten mit zwei Rettungfahrzeugen und einem Notarzt begleitet.

 

1. Etappe:

Die erste Etappe führte in einem Rundkurs durch Vorarlberg, wobei Start und Ziel in Dornbirn war. Die Strecke startete in Dornbirn, führte über den Thüringerberg, Bludenz, das Brandnertal im Achter retour nach Bludenz, danach zum Schwarzer See und endete nach zwei Zieldurchfahrten beim Messepark in Dornbirn. Insgesamt wurden 140 km mit 3 Bergwertungen und 3 Sprintwertungen von den Radfahrern bewältigt. Mit hohen Geschwindigkeiten rasten die Radfahrer durchs Ländle und fuhren mit guten 75km/h durchs Ziel. Hunderte Zuseher waren gekommen um die Profiradler in Vorarlberg willkommen zu heißen.

Etappen- & Bergwertungssieger: Greipel Andre, GER

 

2. Etappe:

Nach einer Übernachtung in St. Anton am Arlberg führte uns die 2. Etappe der Radrundfahrt durchs wunderschöne Tiroler Land. Von Landeck über Zams, den Imster Berg, Innsbruck, Brixlegg, Wörgl, dem Itter radelte die Tour nach Kitzbühel auf die erste richtige Herauforderung - das Kitzbühler Horn - zu. Nach 170 km, 2 Bergwertungen und 3 Sprintwertungen bezwang der Radtross das Horn, welches auf einer Länge von 8 km eine Höhendifferenz von ca. 1000 m aufweist.

Hornchampion und Etappensieger: Albasini Michael, CH

 

3. Etappe:

Die dritte Etappe, die Königsetappe der Ö-Tour , führte uns über den höchsten Berg Österreichs dem Großglockner. Bis in der Früh war es nicht sicher, ob auf Grund des Wetters evtl. eine Ausweichroute gefahren werden muss - doch der Wettergott meinte es gnädig mit uns und so konnte die Tour wie geplant gefahren werden. Der Glockner zeigte sich heuer jedoch von seiner schwierigsten Seite, denn bei 6 Grad und Regen kämpften sich die Radfahrer über den Berg. Mit 12 Minuten Vorsprung auf die geplante Spitzenzeit raste das Feld von Kitzbühel, über den Pass Thurn, Zell am See nach Fusch an der Glocknerstraße, an der der mühsame Anstieg begann. Die Königsetappe war geprägt von 5 Bergwertungen, neben dem Pass Thurn (1270 m), wurde das Fuscherthörl (2428 m), das Hochtor (2504 m), der Iselsberg (1200m) und Virgen (1167 m) bezwungen, sowie 2 Sprintwertungen in Uttendorf und Lienz gefahren bis die Truppe nach 183 km in Prägraten in Ostirol eingefahren ist.

 

Etappensieger: Weening Pieter, NL

Glocknerkönig: Moerenhout Koos, NL

 

4. Etappe:

Die 4. Etappe der Österreich Rundfahrt, unsere Heimetappe, führte uns auf 217 km durch das wunderschöne Kärntner Land. Die längste Strecke der Rundfahrt startete wie auch schon im Vorjahr in Lienz in Osttirol. Die erste Anstrengung für den Tourtross war der Gailbergsattel, gefolgt von Sprintetappen in Hermagor und Arnoldstein. Danach zogen die Radfahrer über Faak am See ins Rosental, über Tainach bzw. Völkermarkt und den Griffner Berg ins Etappenziel Wolfsberg. Insgesamt 13 Versorgungen, die hauptsächlich von der NEF-Besatzung durchgeführt wurden, waren zu verzeichnen. Ein Radfahrer kam in Hermagor zu Sturz, kämpfte sich durch die restliche Etappe und wurde nach dem Zieleinlauf zur Kontrolle ins LKH Wolfsberg gebracht.

Die Marathonetappe durchs Kärntnerland gewann ein Aussenseiter, der Tscheche Jan Barta. Michael Albasini konnte das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigen. Der beste Österreicher, Stefan Denifl konnte seinen Top Ten Platz ebenfalls beibehalten.

 

5. Etappe:

Die 5. Etappe der Österreich Rundfahrt führte von Wolfsberg nach Judendorf-Straßengel. Die Strecke führte von Wolfsberg über die Pack nach Köflach und danach über Hitzendorf, Rohrbach nach Judendorf. Bei strömenden Regen wurde die erste Zieldurchfahrt in Judendorf gefahren. Danach ging es hinauf nach Plankenwarth, wo es in einem abschüssigen Waldstück zu einer Kollision von mehreren Radfahrern kam.

 

Insgesamt 3 Verletze waren zu verzeichnen, wovon einer nach einer kurzen Versorgung weitergefahren ist. Ein Verletzer war kurzfristig bewusstlos und zeigte Zeichen eines leichten SHT. Der zweite Verletze hatte eine Schulterluxation und leichte Verletzungen der Wirbelsäule. Während der Versorgung, bei der die Villacher Samariter die auf Grund der nähernden Radfahrer ziemlich unter Zeitdruck standen, kollabierte einer der Betreuer und musste ebenfalls vor Ort versorgt werden. Die beiden Verletzen wurden von dem in Judendorf-Straßengel stationiertem Samariterbund ins Krankenhaus gebracht.

Im Zielraum angekommen, gab es neben kleineren Schürfwunden von mehreren Radfahrern noch eine Schnittwunde am Ellbogen, welche ebenfalls vom Samariterbund Graz ins Krankenhaus gebracht wurde. Während der Siegerehrung kollabierte noch ein Zuseher, welcher ebenfalls ins Krankenhaus gebracht wurde.

Insgesamt waren 30 Stürze zu verzeichnen - eine durch die regennasse Fahrbahn sehr anspruchsvolle Etappe.

Etappensieger: Dries Devenyns

 

6. Etappe:

Die 6. Etappe der Österreich Rundfahrt sollte uns planmäßig von St. Pölten nach Horn führen. Relativ früh konnten sich insgesamt 5 Radfahrer aus dem Hauptfeld lösen um auf der "richtigen" Strecke nach Horn zu radeln. Aus unerklärlichen Gründen ist der gesamte Tross rund um das Hauptfeld inkl. Tourarzt, sämtlichen Betreuerfahrzeugen der Ö-Tour, Security, der Polizei und den Rettungswägen des Samariterbund Kärnten an der Abbiegestelle vorbeigefahren. Mit hohem Tempo passierten die Radfahrer die neue Donaubrücke, wo nach einigen Kilometern auch der Fehler erkannt wurde. Die Suche nach der richtigen Strecke gestaltete sich als schwierig, war doch der gesamte Tross im fließenden Verkehr unterwegs. Diesen hatte die Exekutive jedoch schnell unter Kontrolle, wodurch NIE Gefahr für die Radler herrschte.

Nach einigen Unklarheiten wurde vor der 1. Bergwertung die Etappe neu gestartet und auf Grund der verlorenen Zeit von einer Stunde, der Rundkurs in Horn gestrichen. Insgesamt wurden 158 km und gut 20 km Umweg auf dieser Etappe, die uns durch viele kleine Orte und Weinberge führte, zurückgelegt. Für die Sanitäter aus Kärnten eine ruhigere Etappe nach den beiden Vortagen.

Strahlender Sieger dieser Etappe: Andre Greipel

 

7. Etappe:

Die 7. Etappe war auch heuer wieder das bereits zur Tradition gewordene Einzelzeitfahren in Podersdorf. Auf einer Strecke von 26,3 km wurde im Rundkurs von Podersdorf nach Illmitz und retour gefahren. Unter perfekten Wetterbedingungen konnte pünktlich gestartet werden. Die österreichische Meisterin, Christine Söder, gab sich ein "Stelldichein" und fuhr mit einer SUPER Zeit dieses Zeitfahren. In den ersten Minuten des Rennens ereignete sich im Zielbereich ein Epi-Anfall eines Zusehers, welcher durch unseren Notarzt und Rettungswagen erstversorgt und vom örtlichen Rettungsdienst ins Krankenhaus Eisenstadt gebracht wurde. Während dem Zeitfahren war es rettungstechnisch jedoch vollkommen ruhig und so konnten auch wir verfolgen, wie sich der Glocknerkönig und holländische Meister Koos Moerenhout den Etappensieg holte. Der Schweizer Albasini konnte mit einem guten 5. Platz die Gesamtführung weiter ausbauen und gilt nun als Favorit für den Gesamtsieg.

 

8. Etappe:

Die 61 Österreich Rundfahrt nähert sich ihrem Ende und nach 7 anstrengenden Etappen folgt die Schlussrunde nach Wien. Bereits zur Tradition geworden ist auch diese Etappe, denn sie führt wie schon des öfteren von Podersdorf am Neusiedlersee nach Wien. Knappe 125 km sind zurückzulegen, wobei insgesamt 10 Runden von über 50 km in Wien am Ring gefahren werden. Trotz der Strapazen der Vortage sind die Radfahrer mit einem Wahnsinnstempo unterwegs. Mehrere kleinere Stürze unter anderem eine Kollision mit einem abgestellten Begleitmotorrad waren zu verzeichnen, wobei es sich hier vom Verletzungsmuster nur um kleinere Schürfwunden und Prellungen handelte. Den Etappensieg in Wien konnte der Deutsche Andre Greipel für sich entscheiden.

Nach 10 Runden am Ring stand fest, dass der Schweizer Michael Albasini die heurige Österreich Rundfahrt gewonnen hat. Zum zweiten Mal bei der Österreich Rundfahrt landete der Favourit unseres Notarztes Dr. Gassler Ruslan Pidgornyy aus der Ukraine auf Platz Zwei. Bester Österreicher mit einem tollen 8. Platz Werner Riebenbauer - ein erfreuliches Ergebnis aus Sicht der Österreicher, obwohl heuer zum ersten Mal seit 13 Jahren kein Österreicher einen Etappensieg erringen konnte.

 

Florian Zimmermann