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Arbeitsmarktzugang: Samariterbund befürwortet sinnvolle Integration von AsylwerberInnen

ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller: „Zu einer gesellschaftlichen Teilhabe gehört es auch, einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.“


Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, begrüßt die Überlegungen der Bundesregierung, den Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen leichter zugänglich zu machen. "Es ist wichtig, Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten fliehen mussten und sich legal in unserem Land aufhalten, eine Integration in Österreich zu ermöglichen", so ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller. "Um aktiv an einem Leben in Österreich teilzuhaben, gehört es auch dazu, einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. Integration funktioniert sehr stark auch über den Kontakt zu Menschen", so Hundsmüller weiter. Weil die AsylwerberInnen jedoch wenig Möglichkeiten zu arbeiten haben, gibt es für sie eine nur sehr beschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben.

"Niemand in Österreich kann ein Interesse daran haben, dass Asylwerberinnen und Asylwerber in illegale, so genannte undokumentierte Arbeit gedrängt werden. Denn damit ist der Unterwanderung von kollektivvertraglichen und arbeitsrechtlichen Bestimmungen Tür und Tor geöffnet. Die Möglichkeit in unserer Gesellschaft legaler Arbeit nachzugehen, hilft nicht nur den betroffenen Asylwerberinnen und Asylwerber, zumindest teilweise selbst Geld zu verdienen. Es ist auch für das österreichische Sozialsystem eine Unterstützung, wenn für die Arbeit Abgaben geleistet werden", erklärt Hundsmüller.

Steigende Arbeitslosenzahlen führen jedoch bei vielen Menschen auch zur Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Vor allem bei älteren Beschäftigten, die eine geringe Qualifikation aufweisen. Hundsmüller: "Wir stehen großen arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen gegenüber. Diese sind jedoch nicht durch Beschränkungen und Ausgrenzungen zu lösen. Ausbildung, Weiterbildung, Förderung in den Schulen und Qualifizierung werden eine immer größere Rolle spielen."

Zudem können zusätzliche Arbeitskräfte den Arbeitskräftemangel in verschiedenen Bereichen ausgleichen. "Vor allem im Pflegebereich gibt es einen dringenden Bedarf an qualifiziertem Personal", weist Hundsmüller auf ein wesentliches Thema der Zukunft hin.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs engagiert sich seit vielen Jahren im Flüchtlingsbereich und in der Integration. Mit dem Haus Winkeläckerweg betreut der Samariterbund Familien, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und hier auf ihren Asylbescheid warten. Seit 2013 betreibt der Samariterbund auch ein Wohnhaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Wien.