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ASBÖ-Geschäftsführer überreichte Forderungen an EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini

Angesichts der Flüchtlingskatastrophe traf ASBÖ-Geschäftsführer Reinhard Hundsmüller gestern in Straßburg mit hochkarätigen EU-Politikern zusammen


Während in Österreich ein politisches Hick-Hack rund um das Flüchtlingsthema herrscht, trafen Vertreter von Samaritan International höchste EU-Politiker in Straßburg und diskutierten die Thematik. Ein Sieben-Punkte-Forderungspaket wurde übergeben.

Gestern überreichte Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, gemeinsam mit Knut Fleckenstein, Präsident von SAMARITAN INTERNATIONAL (SAM.I.), ein Sieben-Punkte-Forderungspaket an EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz.

Mehr als 170.000 Menschen flohen 2014 über das Mittelmeer, mehr als 1.600 starben allein 2015 bei dem Fluchtversuch. Die Zahl der Flüchtlinge wird weiter drastisch steigen. "Vor allem Freiwillige kümmern sich europaweit um Flüchtlinge, sie stoßen dabei aber an ihre Grenzen und benötigen dringend stärkere Unterstützung seitens der EU und ihrer Mitgliedstaaten", hält ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller fest. "Die Zerstörung von Schlepperbooten, wie sie von der EU beschlossen wurde, hat lediglich die Abschottung Europas gegenüber Flüchtlingsströmen im Fokus. Menschen, die vor Krieg, Terror und Verfolgung fliehen, benötigen jedoch unseren Schutz, sowohl auf ihrem Weg aus den Krisenregionen nach Europa als auch in den Ankunftsländern selbst", so Hundsmüller.

Hunderte freiwillige HelferInnen der italienischen Samariterorganisation ANPAS sind täglich an der Küste Italiens mit bis zu 2.000 ankommenden Flüchtlingen konfrontiert. Sie arbeiten rund um die Uhr, um medizinische und logistische Unterstützung in den Regionen Sizilien, Apulien und Sardinien zu leisten. "Es ist notwendig, einen europäischen Solidaritätsfonds zu etablieren, der Freiwilligenorganisationen ermöglicht, ihre Hilfe für Flüchtlinge und Asylwerber zu verbessern", fordert Hundsmüller. "Wir müssen auf internationaler Ebene Verantwortung übernehmen. Mit unseren Partnerorganisationen haben wir daher einen Forderungskatalog erstellt, der langfristige Lösungsvorschläge für diese dramatische Situation enthält", weist Hundsmüller auf die "Sieben-Punkte-Forderung" hin, die gestern in Straßburg hochkarätigen EU-Politikern übergeben und mit ihnen diskutiert wurde. Zu den Forderungen gehört beispielsweise die Schaffung eines europäischen Solidaritätsfonds zur Unterstützung der Freiwilligenarbeit durch Arbeitgeber und Kommunen. Für die Flüchtlinge fordert SAM.I. in seinem Statement vor allem eine adäquate Unterbringung und psychologische Betreuung. Außerdem sollen vonseiten der EU verstärkt Konzepte entwickelt werden, die einen stärkeren Fokus auf Integration und eine einwandererfreundliche Kultur legen. 

SAMARITAN INTERNATIONAL ist ein internationales Netzwerk von Samariter-Organisationen, das vom ASBÖ mitgegründet wurde. Die Organisation ist regierungsunabhängig und konfessionell neutral. Zurzeit vereint das internationale Netzwerk 17 Samariterorganisationen aus 16 europäischen Ländern mit 3.000.000 Mitgliedern, 45.000 Mitarbeitern und 140.000 Freiwilligen. Darüber hinaus gibt es weitere nationale, regionale und lokale Samariter-Organisationen und -Initiativen in der Schweiz, Rumänien, Gambia und Südafrika. Wir übernehmen Verantwortung - hier und jetzt.

Das komplette SAM.I.-Statement finden Sie hier.