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ASBÖ-Podiumsdiskussion: Leistbare Pflege für alle ein Muss

Im Rahmen der gut besuchten Veranstaltung „Was bringt das Alter? Pflege: Wer sie braucht, was sie kostet, wer sie finanziert“, organisiert vom Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (ASBÖ), diskutierten Sozialminister Dr. Erwin Buchinger, Direktor der Pflegeheime der Stadt Wien Dr. Roland Paukner, Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes Christine Ecker, MBA, MAS und Präsident des ASBÖ Franz Schnabl die derzeitigen und zukünftigen Herausforderungen im Bereich Pflege und Betreuung.


Pressekonferenz "Pflege"

Pressekonferenz "Pflege"

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Pressekonferenz "Pflege"

Pressekonferenz "Pflege"

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ASBÖ-Präsident Schnabl appellierte dabei für mehr Qualität und soziale Fairness. „Ein Jahr nach der Pflegedebatte wurden zwar Teilaspekte gelöst, eine nachhaltige Lösung fehlt aber nach wie vor“, so Schnabl. Menschen auf Dauer in eine Scheinselbstständigkeit zu drängen, sei unhaltbar, außerdem würde dadurch die Qualität nicht gewahrt werden können. Nicht zuletzt die Tatsache, dass vor allem Frauen davon betroffen sind, würde eine soziale Schieflage fördern.

 

"Die Politik verdrängt das Problem der Pflege nicht mehr, sondern stellt sich der Herausforderung", betonte Sozialminister Buchinger. Man sei auf einem „guten Weg“ und habe schon einiges erreicht, wie beispielsweise die Regelung der 24-Stunden-Betreuung zu Hause. Diese sei zwar nur ein schmales Segment der gesamten Pflegethematik, jedoch umso wichtiger, da bisher in diesem Bereich kein leistbares legales Angebot existiert habe.

 

Für die Pflege im Alter lässt sich prognostizieren, dass die Zahl der über 85-Jährigen stetig steigt. Laut Buchinger sind derzeit 300.000 Menschen über 85, bis 2050 rechne man mit über einer Million. Trotz allem, so Buchinger, sehe er keinen Anlass zur Angst, ein „Pflegekollaps“ sei nicht zu befürchten, die Politik müsse sich nur weiterhin des Themas bewusst sein und an Lösungen weiter arbeiten.

 

Die Verhandlungen um die Finanzierung seien laut Buchinger oft nicht einfach, da der Bereich der Pflege von den Zuständigkeiten zersplittert sei. Einerseits gebe es eine horizontale Zersplitterung zwischen den Ressorts, andererseits eine vertikale zwischen Bund und Ländern. Buchinger nannte drei Möglichkeiten zur Finanzierung der Pflege. So könne man eine Pflegeversicherung im Rahmen der Pflichtversicherung etablieren, zum zweiten sei die Finanzierung über Steuermittel vorstellbar und des Weiteren gebe es die Möglichkeit der privaten Vorsorge. „Meine Sympathie gehört der zweiten, steuerfinanzierten Variante“, stellte der Sozialminister klar.

 

Die Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes Christine Ecker setzt sich für das Wohl der PflegerInnen ein. Leistbare Pflege dürfe nicht „billig“ bedeuten. Dies würde implizieren, dass ambitionierte BerufsanwärterInnen in Zukunft nichts verdienen und sie somit Perspektiven verlieren würden. Der erhöhte Bedarf an Pflegekräften in den nächsten Jahren müsse bereits jetzt in Angriff genommen werden. Schon jetzt seien bis zu 10% der Pflegestellen unbesetzt. Ob die Planstellen generell ausreichen würden, sei ebenfalls eine heikle Frage.

 

Jeder Pflegefall sei individuell, so Paukner, dementsprechend seien auch viele Möglichkeiten der Pflege notwendig. Die Stadt Wien habe ein vielseitiges Angebot an Pflegenetzwerken, von der stationären bis zur ambulanten und Hauskrankenpflege, um auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Er warnte davor, zwei Systeme einer Finanzierung zu entwickeln, die bedeuten würden: Pflege daheim ist gut, stationäre Pflege weniger qualitativ. Außerdem dürften Pflegebedürftige nicht automatisch zu Sozialhilfeempfängern werden, betonte Paukner.

 

Für Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn sollte die Kostendiskussion beiseite gelegt werden. Wichtiger sei die Qualität in der Ausübung des Berufes. „Der Mangel ist Tatsache. Es werden mehr ausgebildete Pflegekräfte benötigt und es muss in diese Berufsfelder investiert werden. Das heißt eine adäquate Bezahlung und Unterstützung für diese Schwerarbeit“, so Meryn. Die gesellschaftliche Wertschätzung für diese Berufsgruppe sei gering, der Pflegeberuf müsse aufgewertet werden.

 

Unter den interessierten BesucherInnen waren die Nationalratsabgeordnete Mag. Christine Lapp, der Nationalratsabgeordnete Bgm. Otto Pendl, die niederösterreichische Landesrätin für Gesundheit Karin Kadenbach, der Wiener Pflege- und PatientInnenanwalt Dr. Konrad Brustbauer, mehrere VertreterInnen des Wiener Gemeinderates und der Bezirksvorstehungen, an der Spitze die Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für Gesundheit und Soziales Gemeinderätin Marianne Klicka sowie VertreterInnen der Wiener Pflegeinstitutionen wie Fonds Soziales Wien, Wiener Hilfswerk, Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen, Verein Wiener Sozialdienste und SMZ Ost.

 

Bild 1: Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn, ASBÖ-Präsident Franz Schnabl, Moderatorin Mag. Susanne Metzger, Sozialminister Dr. Erwin Buchinger, die Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes Christine Ecker und der Direktor der Pflegeheime der Stadt Wien Dr. Roland Paukner (v.l.n.r.)

 

Bild 2: Sozialminister Dr. Erwin Buchinger in angeregtem Gespräch mit einem Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum

 

Bild 3: SPÖ-Nationalratsabgeordneter Bürgermeister Otto Pendl im Gespräch mit NÖ-Landesrätin für Gesundheit (SP) Karin Kadenbach und ASBÖ-Bundessekretär Reinhard Hundsmüller (v.l.n.r.)

 

Bild 4: SPÖ-Nationalratsabgeordnete Mag. Christine Lapp

 

Bild 5: SP-Gemeinderätin Marianne Klicka, Vorsitzende des Wiener Gemeinderatsausschusses für Gesundheit und Soziales, und SPÖ-Nationalratsabgeordneter Bürgermeister Otto Pendl (v.l.n.r.)

 

Bild 6: ASBÖ-Bundessekretär Reinhard Hundsmüller, ASB Wien-Landesgeschäftsführer Oliver Löhlein und NÖ-Landesrätin für Gesundheit (SP) Karin Kadenbach (v.l.n.r.)