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ASBÖ warnt vor übereilten Rettungsaktionen bei auftauenden Gewässern

Die derzeit auftauenden Eisschichten auf Österreichs Gewässern bergen viele Gefahren in sich: Wenn Menschen durchs dünne Eis brechen, droht aber nicht nur den Verunfallten, sondern auch den Rettern oft Lebensgefahr durch das kalte Wasser. Zuletzt war in den Medien nachzulesen, dass der Unternehmer Martin Mautner Markhof Ende Februar in den eiskalten Donaukanal gesprungen ist, um einer Frau das Leben zu retten.


"Die Zivilcourage ist absolut lobenswert, allerdings kann der Retter bei solchen Temperaturen schnell selbst zum Opfer werden. Selbst ein sehr geübter Schwimmer wird bei unter 10 Grad Wassertemperatur nach kurzer Zeit organische Probleme bekommen, da der Körper Armen und Beinen Blut entzieht und die Greiffunktion der Finger bereits deutlich beeinträchtigt ist. In der Folge ist der Retter plötzlich

selbst in höchstem Maß gefährdet", warnt Notarzt Dr. Erik Teumann,

Vorsitzender der Wasserrettung des Arbeiter-Samariter-Bund

Österreichs.

 

Teumann gibt zu bedenken, dass bei jeder Hilfeleistung die eigene Sicherheit sowie die Sicherheit der Betroffenen und Schaulustigen oberstes Gebot sind. Wenn auch der Ersthelfer zum Opfer wird, kann keine Hilfe geleistet werden, die Opferzahl steigt weiter an und die Rettungsarbeiten verzögern sich um ein Vielfaches. Ungesichert dürfen

keine Personen aus unbekannten oder fließenden Gewässern gerettet werden. Personen, die zu ertrinken drohen, werden mit aller Kraft versuchen, sich an einem Helfer festzuklammern. "So mutig und ehrenhaft derartige Rettungsaktionen auch sind, es darf niemals zu einer Gefährdung des eigenen Lebens kommen. Solche selbstlosen

Heldentaten á la Leonardo DiCaprio sind höchstens im Film empfehlenswert", betont Teumann.

 

Tipps für Ersthelfer

Neben ausgezeichneten Schwimmkenntnissen und guter körperlicher Verfassung sind die Kenntnisse von Rettungsgriffen, wie sie in den Kursen der ASBÖ-Wasserrettung gelehrt werden, von essenzieller Bedeutung um einen Ertrinkenden aus einem Gewässer retten zu können. Für den Ersthelfer empfiehlt sich der Einsatz von Schwimmhilfen, die man dem Ertrinkenden zuwerfen kann oder, wenn man sich entschlossen hat in das Gewässer zu gehen, zwischen sich und den Betroffenen

bringen kann, um nicht umklammert zu werden. Ein Notruf ist zum ehestmöglichen Zeitpunkt abzusetzen, da je nach Gewässer nur Spezialkräfte wie die ASBÖ-Wasserrettung oder Feuerwehr eine Menschenrettung sicher durchführen können.

 

Rückfragehinweis:

Mag.a Martina Vitek

Leitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs

Tel.: +43-1-89145-227

Mobil: +43-664-3582386

E-Mail: martina.vitek@samariterbund.net

Web: www.samariterbund.net