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Das Mountainbike ruft – der Samariterbund gibt Tipps für eine sichere Fahrt und Erste Hilfe

Damit das Biken im Frühling rundum schön und unfallfrei gelingt, gibt der Samariterbund Tipps für eine optimale Vorbereitung und wie man im Notfall richtig Erste-Hilfe leistet.


Der Frühling ist da und viele Biker unternehmen ihre ersten Touren. Mountainbiken macht Spaß und trainiert Herz, Kreislauf und die Muskeln. "Wichtig ist aber, zu Beginn sanft trainieren und dann langsam die Grenzen ausloten! Überlastung führt oft zu Verletzungen von Rücken, Knie oder Sehnenansatz-Entzündungen", weiß Jürgen Grassl, Leiter der Akademie des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (ASBÖ). Sich realistische Ziele zu setzen ist daher ratsam. Aufwärmen vor jeder Tour senkt zusätzlich das Unfallrisiko: Dehnen der Arme, Beine, Rücken, Handgelenke und Kopf bringt unfallfreien Biker-Spaß. Außerdem helfen Fachliteratur, Karten und das Internet sowie der Wetterbericht bei der optimalen Vorbereitung der Route. Regen, Kälte oder auch Hitze erhöhen das Unfallrisiko. Freizeit-Biker überstehen einen Sturz meistens mit Schürfwunden oder Prellungen. Achtung aber bei der Abfahrt: Über 85 Prozent der Mountainbiker verunfallen auf Schotterpisten, viel seltener auf Asphaltstraßen oder Pfaden. Wer schneller unterwegs ist, dem können plötzliche Hindernisse zum Verhängnis werden. 40 Prozent scheitern an Wurzeln oder Steinen.

"Wichtig ist auch, das Bike regelmäßig warten zu lassen. Funktionieren die Bremsen, passt der Reifendruck, sind Federung und Schaltung des Rads in Ordnung und ist der Sitz ergonomisch passend?", so Jürgen Grassl weiter. Reparaturset, Regen- und Windschutz gehören ins Gepäck jedes Mountainbikers. Helm, Protektoren, Handschuhe und Brille schützen zusätzlich. Jürgen Grassl: "Ein Helm ist unerlässlich. Jeder dritte der Unfallbiker hat keinen Helm getragen, die Hälfte davon erlitt Kopfverletzungen." Protektoren für Ellenbogen und Unterarm sowie für Knie und Schienbein schützen zusätzlich. Im Idealfall sorgen Schulter- und Wirbelsäulenprotektoren für optimalen Schutz. Handschuhe als Schutz gegen typische Schürfwunden an den Handballen sind ohnehin Pflicht. Auch ausreichend Essen und Trinken, Handy und ein Erste-Hilfe-Paket gehören in jeden Rucksack.

Ein Erste-Hilfe-Set für Biker soll folgendes enthalten: Neben Kompressen, Verbandpäckchen, einer Rolle Heftpflaster sowie (Klammer-)Pflaster muss ein Erste-Hilfe-Set auch Einweghandschuhe und/oder Reinigungstücher zum Desinfizieren der Hände, ein Dreiecktuch, eine Schere und Rettungsdecke bieten. Zusätzlich sollte ein Beatmungstuch mitgeführt werden. "Müde fährt sich nicht gut", weiß Jürgen Grassl: "Mit ausreichenden Pausen und kohlehydratreicher Nahrung sowie regelmäßigem Trinken kann optimal vorgebeugt werden. Unfallfrei fährt, wer aufmerksam und bremsbereit ist und Rücksicht auf Wanderer und die Natur sowie Wildtiere nimmt."

Ist ein schwerer Unfall passiert, ist es wichtig rasch zu handeln. "Sprechen Sie den Verunfallten an. Ist er bewusstlos und atmet normal, kann er in die Stabile Seitenlage gebracht werden. Mit dem Mobiltelefon rasch Hilfe rufen, denn jede Sekunde zählt! Kann keine Atmung festgestellt werden, mit der Herzdruckmassage beginnen", fasst Jürgen Grassl zusammen. Kleinere Schürfwunden am Besten sofort mit Wasser spülen und keimfrei abdecken. Ist die Wunde tief, so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Die Wunde muss vielleicht genäht werden. Nach einem Schlüsselbeinbruch etwa lässt sich vor Ort leider wenig machen. Wichtig ist es, den Arm ruhig zu stellen. Ein Dreiecktuch aus dem Erste-Hilfe-Set - oder im Notfall auch ein Ersatz-Trikot - hilft dabei. Übrigens kann man mit dem Dreiecktuch auch einen Druckverband anlegen, um eine Blutung zu stoppen.

Die ASBÖ-Akademie

Über 80 Jahre Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung mit dem Ziel Menschen zu helfen und Leben zu retten: Damit ist die ASBÖ-Akademie eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen Österreichs. Von der Laienausbildung bis hin zu professionellen Qualifikationsmodulen im Bereich der Ersten Hilfe und Notfallmedizin sind die Qualitätsansprüche bei der Schulung sehr hoch. Praxis verbunden mit realitätsnahen Notfällen spielt bei den Lehrgängen eine große Rolle, wobei gleichzeitig großer Wert auf neue und moderne Schulungsmethoden gelegt wird. Daher bietet die ASBÖ-Akademie auch eine eigene E-Learning-Plattform, Lehr-Videos im Internet und Erste-Hilfe-Apps für alle gängigen Handys an.

Mehr zum Thema Mountainbike: www.samariterbund.net/mountainbike
Erste-Hilfe-Kurse der Akademie des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs: www.samariterbund.net/kurse