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Der 14. Nikolauszug: Ein unvergessliches Wochenende


06:30 Uhr- aber trotzdem konnte man am Bahnsteig 6 am Wiener Westbahnhof kein einziges müdes Gesicht sehen. Das lag daran, dass die Vorfreude und die Aufregung bei den rund 500 Kindern und Jugendlichen viel zu groß war: Gespannt warten sie am Samstag, den 30. November, auf die Abfahrt des diesjährigen Samariterbund-Nikolauszugs.

Dieses Großereignis, das der Samariterbund für Kinder, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammen, Traumatisches erlebt oder besondere Bedürfnisse haben, veranstaltet, fand heuer bereits zum 14. Mal statt. Heuer führte der ÖBB-Sonderzug die Kinder und deren Begleiter nach Villach. Das Besondere daran: Dieses Jahr saßen nicht nur Kinder aus Österreich in den Wagons des Nikolauszugs, sondern auch Gäste aus Lettland, Litauen, Polen, Südtirol, Deutschland und Slowakei waren mit an Bord.

Nach einer fast sechsstündigen Zugfahrt konnten selbst die geduldigsten Kinder nicht mehr ruhig sitzen zu groß war die Spannung unter den 6 bis 17-Jährigen. Denn für viele Kinder ist der Samariterbund-Nikolauszug eine seltene Möglichkeit, ihrem gewohnten Umfeld für zwei Tage zu entfliehen und sich gemeinsam mit Gleichaltrigen eine kleine Auszeit zu gönnen. Das eine oder andere Kind sieht sich auch vor neue Herausforderungen gestellt, so wie die 13jährige Louise: „Ich war noch nie so weit von zu Hause weg! Das ist schon sehr aufregend für mich. Ich wusste gar nicht, was ich alles für die Reise einpacken soll!“

Am Villacher Bahnhof angekommen, ging es direkt ins Congress Center Villach. Dort konnten die Ankömmlinge nach einem ausgiebigen Mittagessen diverse Weihnachtsbastelstationen besuchen, ihre Geschicklichkeit beim Hindernisparcours unter Beweis stellen und beim Kasperltheater ein bisschen entspannen.

Aber auch ein Tanzworkshop, bei dem die Kinder zu Hip-Hop und Pop-Musik unterschiedliche Tanzstile ausprobieren konnten, stand auf dem Programm. Ins Staunen versetzte das junge Publikum die Vorführung des Villacher Turnvereins, bei dem acht sportliche junge Damen ihr akrobatisches Können auf der Turnmatte zeigten.

Ein ganz besonderes Highlight war anschließend der Besuch des Adventmarktes. Direkt im Villacher Stadtzentrum, umgeben von Christbäumen, weihnachtlicher Dekoration und Lichterketten, konnten sich die Kinder bei einem heißen Punsch aufwärmen bevor es wieder zurück zum Congress Center ging.

Dort erwartete alle Teilnehmer des Nikolauszuges der letzte Programmpunkt für den Tag: Die Villacher Tanzschule zeigte das Beste aus ihren Musical-Produktionen: In abwechslungsreichen Kostümen verzauberten die jungen Stars das Publikum.

Nach diesem spannenden Tag konnten die Kinder dann in ihren Unterkünften zu Ruhe kommen.

Denn auch der nächste Tag sollte genauso ereignisreich weitergehen: Am Vormittag hatten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, den Affenberg zu besuchen. Dort konnten sie sogenannte „Japanmakaken“ hautnah erleben, denn die Tiere leben dort frei in dem rund 40.000m2 großen Gehege.

Der eigentliche Höhepunkt fand jedoch – wie jedes Jahr erst bei der Rückfahrt nach Wien statt. Der Nikolaus überreichte jedem Kind ein mit Nüssen und Süßigkeiten gut gefülltes Sackerl. „Der Nikolo hat mir sogar die Hand gegeben! Und ein Geschenk hab’ ich auch bekommen!“, erzählte der 6-jährige Patrick ganz aufgeregt.

Für die vielen freiwilligen Mitarbeiter des Samariterbundes ist der Nikolauszug vor allem eine emotionale Veranstaltung. „Auch heuer haben wieder viele ehrenamtliche Samariter dafür gesorgt, dass jedes Kind mit einem Lächeln und vielen schönen Erinnerungen wieder heimkehren kann. Ich bedanke mich herzlich bei allen Mitarbeitern, Sponsoren und Unterstützern, die auch dieses Jahr für ein unvergessliches Wochenende gesorgt haben“, hält Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, fest.