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Ehrenamt hat im Samariterbund großen Stellenwert

Hundsmüller fordert, dass alle NGOs ehrenamtliche MitarbeiterInnen verpflichtend versichern.


Der Samariterbund sucht laufend freiwillige Helferinnen und Helfer.

Der "Bericht zur Lage und zu den Perspektiven Freiwilligen Engagements in Österreich" macht deutlich, welchen wichtigen Stellenwert Freiwilligenarbeit in Österreich hat: Rund 42 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer engagieren sich im Bereich Freiwilligenarbeit, im Vergleich zur vorigen Erhebung aus dem Jahr 2006 gab es eine Steigerung um etwa ein Prozent. " Ihnen gilt unser aller Dank", so Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs.

"Die Ergebnisse aus der Studie sind für NGOs sehr aufschlussreich. Wir können vieles daraus lernen und für unseren Alltag verwenden. Als Vertreter der zweitgrößten Rettungs- und Gesundheitsorganisation stelle ich die Forderung, dass künftig alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen vor allem im Bereich der Haftplicht- und Unfallversicherung einen möglichst umfangreichen Versicherungsschutz genießen. Das ist ein absolutes Muss: Denn die Ehrenamtlichen schenken uns neben ihrem höchsten Gut der Gesundheit auch ihre Zeit. Organisationen haben die Pflicht, diesen Schutz ihren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu geben. Beim Samariterbund wird das seit Jahren so umgesetzt", so Reinhard Hundsmüller.

Dass das Ausmaß des Engagements stark vom Alter abhängig ist, lässt sich anhand folgender Zahlen herauslesen: Die 50-bis 69-Jährigen sind im Bereich ehrenamtliches Engagements am aktivsten. In dieser Altersgruppe sind es etwa 53 bis 55 Prozent. Im Vergleich zu 2006 gibt es hier eine Steigerung um etwa neun Prozent. Die Beteiligungsquote der 15-bis 29-Jährigen blieb etwa konstant. Bei den 30- bis 39-Jährigen engagierten sich etwa fünf Prozent weniger, bei den 40- bis 49-Jährigen etwa vier Prozent weniger. "Hier zeigt sich sehr deutlich, wie stark sich die gesellschaftlichen Herausforderungen der letzten Jahre auf das ehrenamtliche Engagement auswirken. Vor allem Menschen, die voll im Berufsleben stehen und Familie haben, finden weniger Zeit für das Ehrenamt", weist Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs hin.

Leichte Veränderungen zum Vergleichszeitraum 2006 zeigen sich auch in den Interessensgebieten: Während in den Bereichen Katastrophenhilfe, Kultur, Religion und Politik die Anzahl der Freiwilligen etwas rückläufig ist, verzeichnen die Bereiche Umwelt, Soziales, Bildung, Sport und Gemeinwesen relativ starke Zuwächse. Auch hinsichtlich der Regelmäßigkeit des Engagements kann man deutliche Veränderungen feststellen. In den Bereichen Bildung, Politik, Kultur sowie Katastrophenhilfe kam es zu einer merklichen Zunahme der regelmäßigen Tätigkeiten; einmalige, zeitlich begrenzte Tätigkeiten nahmen dagegen relativ stark ab.

Bei den Befragungen zur Berichterstellung hat sich auch gezeigt, die Freiwilligen von heute möchten ihre Fähigkeiten, Erfahrungen und Talente einbringen, sie möchten Spaß und Gemeinschaft erleben und sie möchten aktiv mitgestalten. Jüngere Menschen wären durchaus bereit, sich hier einzubringen, doch sehen sie sich häufig mit traditionellen Hürden konfrontiert, die ihnen die Zugänge für Gestaltungsmöglichkeiten und unkonventionelle Aktivitäten versagen.