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Ein Schlaganfall wartet nicht!

Der Schlaganfall zählt zu den zeitkritischsten Notfällen. Die ersten vier Stunden entscheiden über langfristige Folgeschäden. Eine neue Kampagne des Samariterbundes soll aufklären.


Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem die Zeit eine große Rolle spielt – besonderes Augenmerk liegt auf dem Zeitfenster bis vier Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome. In diesem Zeitraum ist eine entsprechende Therapie – eine medikamentöse Auflösung des Gefäßverschlusses, oder eine minimal-operative Wiedereröffnung des betroffenen Gefäßes – am effizientesten. Viele Betroffene nehmen aber die Symptome nicht ernst.

"Oft verleugnen Schlaganfallpatienten ihre Symptome, oder versuchen, sie sich anderweitig zu erklären. Selbst Hochrisikopatienten, z. B. mit bevorstehendem Vorhofflimmern oder einer Hypertonie, verkennen die Symptome eines Schlaganfalls", erkärt ASBÖ-Bundesschulungsleiter Jürgen Grassl. "Dadurch verzögert sich der Notruf, der Behandlungsbeginn und die Morbidität sowie die Letalität steigen damit. Aufwendige und langwierige Rehabilitation verbunden mit hohen Kosten sind auch für Familienmitglieder und Angehörige sehr belastend", so Grassl.  

Mit einer groß angelegten Kampagne will der Samariterbund das Bewusstsein in der Bevölkerung für eine rasche Erkennung der Symptome stärken. Rund um den Welttag des Schlaganfalls am 29. Oktober werden im Fernsehen und Radio Spots zum Thema gespielt werden, die aufrütteln sollen. Parallel dazu wird es eine Plakat- und Inseratenkampagne geben, die auch Angehörige und Betroffene zu Wort kommen lässt. Der bekannte Schauspieler Andreas Lust (Der Räuber, Schnell ermittelt, ...), derzeit gerade mit "Der Blunzenkönig" im Kino, hat sich bereit erklärt, kostenlos für die Kampagne zur Verfügung zu stehen. Seine Darstellung eines Schauspielers, der kurz vor dem Auftritt einen Schlaganfall durchlebt, lässt wohl niemanden kalt.

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 27. Oktober werden die Spots sowie eine aktuelle Umfrage zum Thema Schlaganfall präsentiert werden. Im ORF wird der Hauptspot bereits ab 8. Oktober gezeigt, demnächst wird er auch auf Youtube, allen Privatsendern und im Kino zu sehen sein. Dank der Unterstützung von Wolfgang Edelmeier, Obmann einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe, haben sich zahlreiche Betroffene und Angehörige bereit erklärt, ihre persönliche Geschichte zu erzählen. Ab Oktober werden diese Menschen auf der Website und auf der Facebook-Seite des Samariterbundes dem Notfall Schlaganfall ein Gesicht geben. „Es fehlt eine zentrale Anlaufstelle für Schlaganfallopfer. Da die meisten Betroffenen und Angehörigen nach der Entlassung nicht wissen, wohin und an wen sie sich wenden sollen, war es notwendig, eine Selbsthilfegruppe zu gründen“, erklärt Edelmeier. „Es ist wichtig, die Bevölkerung zu sensibilisieren, dass sie schon bei geringfügigen Anzeichen wie Übelkeit und Schwindel aufmerksam wird und die Symptome nicht verniedlicht. In Wahrheit ist der Schlaganfall meist eine viel größere Katastrophe als der Herzinfarkt, auch oder gerade für die Angehörigen“, so Edelmeier.