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Einsatz für obdachlose Menschen

Obdachlosigkeit trifft immer mehr Frauen. Das Notquartier am Enkplatz des Samariterbund Wiens hat diesen Winter 30 Schlafplätze ausschließlich für Frauen eingerichtet.


Iveta hat das Bett gleich beim Eingang in der Notschlafstelle am Enkplatz bezogen. Ein grell beleuchteter Raum, in dem in drei Reihen Betten aufgestellt sind, bietet 30 Frauen Schutz vor Kälte und Nässe. Einfache mobile Wände und bunte Vorhänge sorgen für etwas Privatsphäre. "Hier habe ich es warm zum Schlafen und zu Essen", sagt Iveta. Die 56-jährige gebürtige Slowakin lebt seit mehr als zehn Jahren in Wien. Mit Umstellung auf die Digitalisierung wurde es für die gelernte Fotografin immer schwieriger einen Job zu finden. Ihr Geld verdiente die zweifache Mutter sodann als Kellnerin, Tellerwäscherin und Haushälterin. Doch vor zwei Jahren verlor sie ihren damaligen Job und kurz darauf ihre Wohnung.

"Besonderen Wert wird dieses Jahr aufgrund der steigenden Nachfrage auf mehr Plätze speziell für Frauen, Paare und Familien gelegt", sagt Anita Bauer, Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien.

Vor allem die Zahl der Frauen und Familien, die Schlafplätze benötigen, steigt. Bei Frauen gebe es eine stärkere versteckte Obdachlosigkeit, so Bauer. Sie würden oft Zweck- und Gewaltbeziehungen eingehen, um nicht auf der Straße zu landen.

"Obdachlosigkeit ist kein individuelles Phänomen, sondern ein gesellschaftliches Problem", sagt Fiona Bejtullahi, Leiterin der Winterquartiere des Samariterbund Wiens: "Die Gründe, warum ein Mensch obdachlos ist, sind vielfältig und auch die Erfahrungen, die die Menschen während dieser Zeit machen müssen", weiss Bejtullahi aus vielen Gesprächen mit obdachlosen Männern und Frauen. Neben der Notschlafstelle am Enkplatz betreut der Samariterbund Wien ein zweites Quartier in der Gudrunstraße, das über die Wintermonate rund 80 obdachlose Männer beherbergt.

Beide Quartiere sind in der Zeit von 17.00 Uhr bis 08.00 Uhr Früh geöffnet und stellen neben den geschützten Schlafplätzen saubere Sanitäreinrichtungen, Hygieneartikel und einfache Verpflegung wie Brote mit Aufstrichen und heißen Tee zur Verfügung.

"Die Notschlafstellen in Wien sorgen für Schutz und soziale Wärme für wohnungslose Menschen, aber stehen auch für Solidarität in unserer Gesellschaft und bieten Sicherheit in dieser Stadt", sagt Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbund Wiens.

Sehr gerne werden Sachspenden, Montag - Sonntag, 16.00 bis 19.00 Uhr entgegen genommen:

FÜR FRAUEN: Dittmanngasse 1a, 1110 Wien, Tel: +43 1 904 700 412 notquartier@samariterwien.at FÜR MÄNNER: Gudrunstraße 145, 1100 Wien, Mobil: +43 664 88 98 97, nq.gudrunstrasse@samariterwien.at

Benötigt werden

# Hygieneartikel (Bodylotion, Tampons, Deos, Handcreme, Fußcreme)

# Lebensmittel (Kaffee, Milch, Dosensuppen, Fischdosen, Dosengulasch etc., Konserven, Paradeiser, Bohnen, Linsen, Mais, Erbsen, Süßigkeiten)

# Kleidung (Winterkleidung, Schuhe, neue Unterwäsche, neue Socken, T-Shirts, Pullis, Hosen)

# Spiele (Kartenspiele, Brettspiele)

# Rucksäcke, Sporttaschen

Helfen auch Sie obdachlosen Menschen in Wien. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!

Arbeiter Samariterbund Wien Wohnen und Soziale Dienstleistungen gGmbH, IBAN AT43 2011 1890 8900 2400. Danke!