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Erdbeben in Haiti: Samariterbund hilft dort, wo es bisher keine Hilfe gab

Das fünfköpfige Einsatzteam des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs war am vergangenen Freitag ins Katastrophengebiet aufgebrochen. In Santo Domingo fand ein Informationsaustausch mit Mag. Gerhard Kovatsch statt, der als Mitarbeiter der GEZA (Gemeinnützige Entwicklungszusammenarbeit GmbH des Samariterbundes) bereits seit 16. Jänner vor Ort war. Mit Flugzeugen und Hubschraubern der Vereinten Nationen wurde das Einsatzteam samt Ausrüstung am 24. Jänner 2010 nach Port-au-Prince verlegt. Das Samariterbund-Team bezog Unterkunft im Haus einer örtlichen Non-Profit-Organisation außerhalb von Port-au-Prince.


Am 26. Jänner rückte ein dreiköpfiges medizinisches Team unter dem Notarzt Dr. Marcel Sedlačko in Richtung Leogane aus. Die Region ist praktisch völlig zerstört, die Bevölkerung der Dörfer im Umland medizinisch unterversorgt. Insbesondere mangelt es an Wundversorgung – und an der Nachversorgung von Operationswunden oder Amputationen. So stößt das Team des Samariterbundes auf ein Dorf, in das auch zwei Wochen nach dem Erdbeben noch kaum andere Hilfsorganisationen vorgedrungen waren. In Novilos wurden umgehend 15 Patienten versorgt.

 

Beim Cluster-Meeting des örtlichen Koordinationszentrums der UNO wurde das Einsatzteam des Samariterbundes in der Folge gebeten, ein mobiles medizinisches Team zu stellen. Dieses wird in den nächsten Tagen weitere Siedlungen ausfindig machen, die dringend medizinische Versorgung benötigen, auch abseits der Hauptversorgungswege anderer Non-Profit-Organisationen. So kann das Einsatzteam des ASBÖ wertvolle Hilfe von Mensch zu Mensch leisten – dort, wo diese gebraucht wird.

 

Nach wie vor sind die Umstände, unter denen die Hilfsorganisationen helfen, prekär: Es mangelt an chirurgischem Material und Schmerzmitteln, Trinkwasser ist rar und überteuert. Die Vereinten Nationen haben die Sicherheitsstufe für einzelne Gebiete in Port-au-Prince auf vier erhöht: Die Hilfsorganisationen dürfen die Altstadt und den Hafen der Hauptstadt aufgrund des hohen Überfallsrisikos nicht mehr betreten. Ab Einbruch der Dunkelheit herrscht Ausgangssperre. Das Samariterbund-Einsatzteam verfügt über einen erfahrenen Sicherheitsoffizier, der für die Bewachung von Mannschaft und Material sorgt.