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Erfolgreicher Start der Anbindung an "Notruf 144" in Tirol

Das Tiroler Rettungsdienstgesetz 2009 sieht vor, dass die Leitstelle Tirol künftig landesweit den Notruf „144“ entgegen nimmt und die Rettungsfahrzeuge in Tirol alarmiert und disponiert. „Seit Montag, 08.08.2011 07:00 Uhr werden als erster Schritt in diese Richtung die Fahrzeuge des Tiroler Samariterbundes (ASB), die dem Rettungsdienst Tirol zur Verfügung stehen, durch die Leitstelle Tirol alarmiert und disponiert. Damit werden die in den Bezirken Innsbruck Stadt und Kufstein stationierten Rettungsfahrzeuge und der Notrufbereich „144“ in der Wildschönau durch die Leitstelle Tirol betreut.“, zeigt sich Landesrat Dr. Bernhard Tilg zufrieden.


Der Samariterbund Tirol wurde 2003 als eigenständige, gemeinnützige Rettungsorganisation gegründet und ist somit Teil der zweitgrößten Rettungsorganisation in Österreich. Seit 01.01.2007 war der Samariterbund Tirol mit der rettungsdienstlichen Versorgung der Wildschönau beauftragt. Dort wurde auch ein First Responder System betrieben, das die entlegenen Weiler zusammen mit den niedergelassenen Ärzten versorgt, bis der Rettungsdienst aus dem Inntal eingetroffen ist. Dieses First Responder System bleibt bestehen.

 

„Durch die mehr als 100jährige Erfahrung im Rettungs- und Notarztwesen sind wir stolz darauf, nun ein wesentlicher Bestandteil der Versorgungskette der Tiroler Bevölkerung zu sein.“, so Gerhard Czappek, Geschäftsführer Samariterbund Tirol gemeinnützige GmbH.

Seit 01.07.2011 werden die beiden Notarzteinsatzfahrzeuge in Kufstein und St. Johann bereits im Wechseldienst mit Sanitätern von ASB und Rotem Kreuz besetzt. Zukünftig werden durch den ASB zwei Krankentransportfahrzeuge in der Landeshauptstadt Innsbruck, sowie ein Rettungsfahrzeug und fünf Krankentransportfahrzeuge in Wörgl bzw. Kirchbichl gestellt. Zwei weitere Rettungsfahrzeuge werden im Bezirk Schwaz und Innsbruck-Stadt ab Oktober stationiert. Jenes in Schwaz wird bis zur Anbindung des Notrufbereichs Schwaz durch die Bezirksleitstelle des Roten Kreuzes disponiert.

„Mit der Anbindung des Samariterbundes ist neben der anstehenden Anbindung der sechs Notrufbereiche ein großer Meilenstein erreicht. Wir sind auf dem richtigen Weg für ein zukunftsweisendes und erfolgreiches Miteinander.“, so Andreas Karl, MSc, Geschäftsführer der Rotes Kreuz Tirol gemeinnützige Rettungsdienst GmbH.

 

Seitens der Leitstelle Tirol wurden bereits alle nötigen Vorkehrungen für die Anbindung der Subunternehmer der Rotes Kreuz Tirol gemeinnützige Rettungsdienst GmbH sowie der verbliebenen Notrufbereiche getroffen.

 

„Mit den Samaritern wurden ausführliche Anbindungsgespräche geführt, um einheitliche, tirolweite Standards für die Zusammenarbeit und Disposition zu erreichen.“, erläutert Ing. Gernot Vergeiner, Geschäftsführer der Leitstelle Tirol.

„Seit vergangenem Jahr haben wir unseren Personalstand ausgebaut, den internen Betrieb umstrukturiert und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die neuen Herausforderungen geschult.“, resümiert Mag. Ing. Martin Eberharter, Geschäftsführer der Leitstelle Tirol.

 

Durch die Leitstelle Tirol wurden bisher der Rettungsdienst und Krankentransport in den politischen Bezirken Innsbruck-Stadt, Innsbruck-Land und Kufstein disponiert.

Seit 2002 werden alle Tiroler Bergretter, seit 2008 alle 362 Feuerwehren und die 17 Einsatzstellen der Wasserrettung zentral von Innsbruck aus alarmiert und disponiert. Allein 2010 wurden durch die MitarbeiterInnen der Leitstelle Tirol 266.000 Telefonate entgegen genommen und über 103.000 Krankentransporte und 55.000 bodengebundene Notfalleinsätze bearbeitet.