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Erste Hilfe bei Kindernotfällen: Eltern haben Angst, Fehler zu machen


Mehr als die Hälfte aller Eltern hätten Angst, bei einem Notfall mit Kindern etwas falsch zu machen: Das ist das Resultat einer Studie des Instituts Karmasin Motivforschung, das im Auftrag des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs die Erste-Hilfe-Kenntnisse von Eltern untersuchte.

Befragt wurden 300 Personen, in deren Haushalt Kindern wohnen:

• Nur 25% der Befragten glaubten, effektive Erste Hilfe bei Kindern leisten zu können.


• Mehr als die Hälfte der Befragten (56%) hätte Angst, etwas falsch zu machen, vor allem Personen über 40 Jahre (62%) und ohne Matura (59%)

„Bemerkenswert ist, dass etwa 90% der Befragten der Meinung waren, der Erste-Hilfe-Kurs im Rahmen des Führerscheins sei nicht ausreichend, um Erste Hilfe bei Kindernotfällen leisten zu können“, hielt Abg.z.NR Bgm. Otto Pendl, geschäfts-führender Vizepräsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, bei der Pressekonferenz fest. „Dennoch liegt bei mehr als einem Drittel der Befragten der letzte Erste-Hilfe-Kurs neun Jahre oder länger zurück. Damit fehlt es an Wissen und Praxis, und das macht unsicher.“

Jürgen Grassl, MSc., Bundesschulungsleiter des Samariterbundes, ergänzte: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – das gilt ganz besonders bei einem Notfall. Es gibt bei ihnen zwar seltener ernsthafte Verletzungen, aber wenn es dazu kommt, können sie sehr schnell sehr gefährlich werden. Das Dramatische dabei ist, dass bei Kindern fast die Hälfte der Verletzungen, zu denen Rettungsorganisationen gerufen werden, lebensbedrohlich ist. Die Eltern sind dann die wichtigsten Ersthelfer, weil sie am schnellsten helfen können.“ Bei der Karmasin-Umfrage wurde auch das tatsächliche vorhandene Wissen abgefragt.

92% der Befragten gaben beispielsweise an, die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei großflächiger Armverbrennung zu kennen. 79% führt auch richtigerweise die sofortige Kühlung der betroffenen Stellen an. Zum Teil würde man aber auch auf Methoden zurückreifen, die mehr schaden als nützen (Eiswürfel auflegen: 17%, Wundsalbe auftragen: 14%).

Bei einem Sonnenstich waren Erste-Hilfe-Interventionen etwas weniger bekannt (84%). Die Mehrheit würde das Kind korrekterweise in den Schatten legen und den Kopf abkühlen (71%). Jedoch würde ein relativ hoher Prozentsatz nicht richtig handeln: 41% würden das Kind schlafen legen, 23% Fruchtsäfte zu trinken geben.
Frauen (86%) und Personen bis 40 Jahre (87%) glauben am ehesten zu wissen, was beim Verschlucken von Fremdkörpern zu tun ist. Die Mehrheit würde den Rettungsdienst holen (67%). Ein Teil der Befragten würde aber falsche Maßnahmen ergreifen (33% würden versuchen, den Gegenstand mit dem Zeigefinger aus der Mundhöhle herauszuholen, 32% würden das Kind auf den Kopf stellen).

„Ein großer Teil der Befragten glaubt bei konkreten Fällen die richtigen Maßnahmen zu kennen, aber nicht immer stimmt diese Wahrnehmung, wie die Studie zeigt. Insgesamt vertraut nur ein Viertel der Befragten vollkommen auf die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse und glaubt, bei Kindernotfällen effektive Hilfe leisten zu können“, fasst Dr. Sophie Karmasin zusammen.

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Nächste Kurstermine „Notfälle im Kindesalter“:

Wien

Samariterbund Wien, Pillergasse 24, 1150 Wien

> Modul 1: Wenn es um Sekunden geht …
06.07.2012 von 17.00 bis 21.00 Uhr
14.07.2012 von 09.00 bis 13.00 Uhr

> Modul 2: Das gefährliche Leben eines Kleinkindes
21.07.2012 von 09.00 bis 13.00 Uhr
17.07.2012 von 17.00 bis 21.00 Uhr

Oberösterreich

> Modul 1: Wenn es um Sekunden geht …

Samariterbund Wels, Pollheimerstraße 15, 4600 Wels
11.09.2012 von 19:00 bis 22:00 Uhr

Samariterbund Linz, Reindlstraße 24, 4040 Linz
24.10.2012 von 19:00 bis 22:00 Uhr


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Rückfragehinweis:
Martina Vitek
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Tel.: 01 891 45-227 oder 0664/3582386
E-Mail: martina.vitek@samariterbund.net