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Erste Hilfe rettet jedes Jahr tausende Menschen

In Corona-Zeiten empfiehlt der Samariterbund anlässlich des „Tag der Ersten Hilfe“ am 12. September 2020 neue Maßnahmen bei der Wiederbelebung.


"Bei der Versorgung eines Unfallopfers zählt jede Sekunde, dabei kann man nichts falsch machen. Nur nichts zu tun, ist sicherlich falsch. Leider zögern immer noch viel zu viele Menschen, in einer Notsituation aktiv zu werden. Doch durch häufigeres Erste Hilfe-Leisten könnte allein in Österreich jedes Jahr zusätzlich 1.000 Menschen das Leben gerettet werden", erklärt Reinhard Hundsmüller, Samariterbund-Bundesgeschäftsführerund Abg.z.NÖ Landtag (KO), anlässlich des "Internationalen Tag der Ersten Hilfe" am 12. September 2020 und ermutigt alle Österreicherinnen und Österreicher, ihr Wissen rund um die Erste-Hilfe-Maßnahmen aufzufrischen.

Infos unter: https://www.samariterbund.net/ausbildung-und-erste-hilfe/

Erste-Hilfe-Kurse des Samariterbundes sorgen für das Wissen und die Selbstsicherheit, um in einer kritischen Situation schnell agieren zu können. Dazu gehören das Absetzen eines Notrufs, die Absicherung der Unfallstelle und die Betreuung der Verletzten.Was kaum jemand weiß: Erste Hilfe zu leisten, ist in Österreich Gesetz. Andernfalls macht man sich einer unterlassenen Hilfeleistung schuldig, die mit Geld- und sogar mit Haftstrafe geahndet werden kann.

"Die Ersthelfer, zumeist Laien, die zufällig am Unfallort sind, haben die besten Chancen, schnell zu helfen. Ihr Eingreifen rettet sehr oft Menschenleben", so Hundsmüller.

Wiederbelebung in Corona-Zeiten

Corona hat dazu geführt, dass bei Herzstillstand ein Rückgang der Hilfsbereitschaft beobachtet werden konnte. Aus Angst vor einer Virus-Infektion schrecken Zeugen eines Herzstillstands derzeit eher davor zurück, die lebensrettende Herzdruckmassage durchzuführen, melden Notfallmediziner aus ganz Europa.Das "International Liaison Committee on Resuscitation" (ILCOR) hat Maßnahmen für Laienhelfer präsentiert, mit denen sich das Ansteckungsrisiko minimieren lässt. Die Basis dafür sind die bekannten vier Schritte der Wiederbelebung:

Prüfen: Dabei soll ein Mensch mit Verdacht auf Herz-Kreislaufstillstand nicht - wie bisher - an den Schultern bewegt, sondern nur noch laut angesprochen werden. Die Atmung wird zudem nicht abgeklärt, indem der Helfer sein Ohr unmittelbar an Mund und Nase des Patienten hält. Er soll im Stehen prüfen, ob sich der Brustkorb des Patienten atemsynchron bewegt.

Rufen: Reagiert die Person auf Ansprache nicht und bewegt sich der Brustkorb nicht atmungs-typisch, muss sofort Hilfe angefordert werden (Notruf 144).

Drücken: Der Ersthelfer soll die Herzdruckmassage vornehmen, bis die Rettung eintrifft. Eine Gesichtsmaske bietet dabei einen gewissen Schutz; ebenso das Auflegen eines leichten Tuches über Mund und Nase des Patienten. Mund-zu-Mund-Beatmung wird derzeit nicht empfohlen.

Schocken: Befindet sich in der Nähe ein Defibrillator, sollte ein zweiter Helfer diesen holen. Mittels eindeutiger Sprachanweisungen führt der "Defi" durch die Anwendung und stellt fest, wann ein Elektroimpuls notwendig ist. Dazu müssen lediglich zwei Elektroden auf den entblößten Brustkorb des Patienten aufgeklebt werden. Falsch machen kann man dabei gar nichts - ein gesundes Herz ist durch einen "Defi" nicht aus dem Takt zu bringen.

"Der plötzliche Herztod fordert in Österreich jährlich mehr als 12.000 Menschenleben", sagt Prof. Harry Kopietz, Landtagspräsident.aD., Samariterbund-Bundesvorstandsmitgliedund Präsident von PULS.at. "Viel zu viele Betroffene, die außerhalb einer medizinischen Einrichtung einen Herzstillstand erleiden, versterben oder tragen irreparable Schäden davon. Der Samariterbund unterstützt mit seinen Erste-Hilfe-Kursen die Kultur des Hingreifens und Helfens. Dadurch können viele Menschen in Österreich einen plötzlichen Herzstillstand überleben."