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Es wird wärmer: Wenn das Eis unter den Füßen nachgibt

Der Samariterbund warnt: „Vor allem Kinder und Jugendliche unterschätzen die Gefahren!“


Die arktischen Temperaturen der vergangenen Tage haben auf Gewässern in Österreich für zentimeterdicke Eisdecken gesorgt. Jung und Alt freuen sich über dieses Schauspiel der Natur und betreten die schimmernden Flächen nur zu gerne mit Eislaufschuhen oder spazieren mit ihren Hunden darauf umher.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte in Wien sagt für die kommenden Tage (Ende Jänner 2019) in ganz Österreich sonnige Auflockerungen und steigende Tageshöchsttemperaturen voraus – in manchen Regionen wird es bis zu 7 Grad plus geben.

Dadurch verlieren viele Eisdecken schnell ihre Tragfähigkeit: Es erhöht sich die Gefahr des Einbrechens ins Eis. Viel zu viele Personen überleben die ersten 15 Minuten im eiskalten Wasser nicht, weil der Körper durch die Kälte schnell an Energie verliert. 

Prinzipiell empfiehlt es sich, Hinweisschilder stets ernst zu nehmen und Warnungen zu beachten. Auch wenn ein Teich komplett zugefroren ist, können unterirdische Zuflüsse oder Strömungen die Eisbildung stark beeinflussen: Es kommt zu einer unterschiedlich dicken Eisdecke, die nicht wahrgenommen werden kann und gefährlich ist.

Dazu Samariterbund-Bundesschulungsleiter Jürgen Grassl: „Begeben Sie sich nie allein auf zugefrorene Seen und Flüsse! Beim Entstehen von Rissen im Eis empfiehlt es sich, sofort hinzulegen und den Weg, den man gekommen ist, vorsichtig zurück zu robben. Ist man bereits ins Eis eingebrochen, sollte man sich möglichst wenig bewegen. Auf keinen Fall darf die Kleidung ausgezogen werden, weil sie ein wichtiger Wärmeschutz ist. Wichtig ist es, die Arme auszubreiten und so laut wie möglich um Hilfe zu rufen …“

Wenn jemand einer ins Eis eingebrochenen Person zu Hilfe kommt, muss vor allem auch für die eigene Sicherheit gesorgt und die Eisdecke nicht betreten werden.

„Am besten können Sie helfen, wenn Sie sofort einen Notruf absetzen (Telefonnummer österreichweit: 144) und dann beruhigend auf die verunfallte Person einwirken. Schieben Sie ihr vom sicheren Ufer etwas zum Festhalten zu – wie z. B. einen Schal, ein Brett oder einen Ast”, so Grassl.

Der Samariterbund zeigt auf der Seite eindex.samariterbund.net/eiseinbruch/ zum Thema einen kurzen Animationsfilm und gibt wertvolle Tipps, welche Maßnahmen bei Eisunfällen gesetzt werden können.