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Familie in Not - Offener Brief von Marina Kalimatova

Marina Kalimatova möchte, dass ihre Familie wieder zusammen sein kann. Wir alle hoffen, dass ihr größter Wunsch in Erfüllung geht.


Vor vier Jahren flüchtete Islam Kalimatov mit seiner schwangeren Frau und seinen drei Töchtern, die jüngste damals fünf Jahre alt, vor Krieg und Terror in seiner Heimat Inguschetien. Im Mai 2006 wurde die Familie im Erstaufnahmezentrum Bad Kreuzen in Österreich aufgenommen, alle schwer traumatisiert von den grauenvollen Erlebnissen in der Vergangenheit. Es blieb aber keine Zeit zum Aufatmen. Knapp vor dem Geburtstermin kollabierte Kalimatovs Frau und verstarb kurz darauf aufgrund eines Aorta-Risses samt dem Ungeborenen im Rettungswagen. Sie hinterließ einen verzweifelten Vater und drei kleine Kinder. Nach mehreren Zwischenstationen landete die Familie im August 2008 im Haus Winkeläckerweg..

Im Frühjahr 2009 lernte Marinas Vater Aza A. kennen, die ebenfalls mit ihrer Tochter geflüchtet und Alleinerzieherin war. Die Kinder schlossen Aza A. bald als neue Mutter ins Herz und fassten wieder Mut. Doch trotz Heirat wurde seine Frau Aza samt der frisch operierten Tochter kurz vor Weihnachten letzten Jahres in Schubhaft genommen und abgeschoben. Die BetreuerInnen im Haus Winkeläckerweg versuchen, die Kinder und den Vater zu stützen und in schweren Zeiten zu begleiten und die Familie wieder zusammenzuführen.
[Nachtrag: Manchmal gehen Geschichten nicht nur im Film sondern auch in der Realität gut aus: Die Familie konnte nach einigem Zittern und trotz mancher Schwierigkeiten wieder vereint werden und hat mittlerweile auch subsidiären Schutz zugesprochen bekommen. Der Vater fand innerhalb kürzester Zeit eine Stelle als Schweißer im Baugewerbe und die Töchter drücken brav die Schulbank]