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Flüchtlingshilfe: 16 Tage Notquartier Schwarzlsee

Der Samariterbund zieht eine erste Bilanz über die Flüchtlingseinrichtung in der Steiermark


Innerhalb weniger Stunden wurde Mitte September unter Mitwirkung hunderter freiwilliger Helferinnen und Helfer in der Steiermarkhalle am Schwarzlsee eine Infrastruktur geschaffen, die bis zu 900 Schutzsuchenden gleichzeitig eine Unterkunft bietet. Die Menschen wurden bislang mit rund 45.000 Mahlzeiten versorgt. Rund sieben Tonnen Kleidung wurden bedarfsgerecht verteilt.

Helferinnen und Helfer sind rund um die Uhr im Einsatz, wenn es darum geht, den Flüchtlingen eine angemessene Unterkunft im Notquartier Schwarzlsee zu bieten. Neben der laufenden Versorgung mit Wasser, Hygieneartikel, Decken, Kleidung, Schlafsäcken, Isomatten, etc. ist es dem Samariterbund ein besonderes Anliegen eine ausreichende, nahrhafte und abwechslungsreiche Verpflegung zu gewährleisten. So wurde kürzlich ein syrischer Koch in das Küchenteam integriert, um noch besser auf die Essensgewohnheiten der Flüchtlinge eingehen zu können.

Als Gesundheitsorganisation schenkt der Samariterbund der medizinischen Versorgung der Schutzsuchenden besonderes Augenmerk. Die am Schwarzlsee eingerichtete Ambulanz ist regelmäßig mit ÄrztInnen, diplomiertem Pflegepersonal sowie SanitäterInnen besetzt. Ein Rettungsfahrzeug steht täglich 24 Stunden vor Ort bereit.

"Besonders freut es uns, dass wir in Kooperation mit den steirischen Kinderfreunden und dank der Unterstützung ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer den zahlreichen Kindern ein 300m² großes beheizbares Zelt zu Verfügung stellen können. Hier werden sie von geschultem Personal altersädaquat betreut und es werden spielerisch erste Deutschkenntnisse vermittelt. Dank zahlreicher Spenderinnen und Spender steht auch ausreichend Spielzeug zu Verfügung", erklärt ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller.

Daneben sorgen zahlreiche freiwillige Dolmetscherinnen und Dolmetscher für eine reibungslose Verständigung. "Trotz allem darf nicht übersehen werden, dass in der Steiermarkhalle vorübergehend bis zu 900 Menschen verschiedenster ethnischer Herkunft ohne jegliche Privatsphäre zusammen leben. Die größte Herausforderung ist daher die Balance zu halten und darauf zu achten, dass die von uns betreuten Menschen etwas Ruhe finden", so Hundsmüller.

"Ein herzliches Dankeschön an die unermüdlichen Helferinnen und Helfer!", betont Hundsmüller, "ohne die eine solche Versorgung nicht möglich wäre. Die Spendenbereitschaft der Steirerinnen und Steirer ist überwältigend. Ganz besonders freut uns, dass Schulklassen aus verschiedensten steirischen Schulen zu uns kommen. Ein großer Dank gilt auch den steirischen Unternehmen, von denen einige ihren MitarbeiterInnen während der Arbeitszeit die Möglichkeit eröffnen, am Schwarzlsee mitzuhelfen." Auch die vor Ort vorhandenen Rahmenbedingungen wie etwa die integrierte Großküche, Sanitäranlagen und natürlich die beheizte Halle selbst unterstützt bei der Bewältigung dieser herausfordernden Aufgabe.

"Als entwickelte Zivilgesellschaft in einem der schönsten Länder der Welt sind wir es den vielen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und ihr ganzes Leben in einem Rucksack oder einer Reisetasche mit sich führen, einfach schuldig, dass wir ihnen menschliche Wärme vermitteln", erklärt Hundsmüller.

Der Samariterbund betreut in Österreich nicht nur alternierend zwischen 14 und 17 Notquartiere, sondern auch zwölf Flüchtlingseinrichtungen, in denen die Flüchtlinge auf ihren Asylbescheid warten. Drei dieser Einrichtungen sind auf die altersadäquate Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen spezialisiert.

Auch im Nahen Osten übernimmt der Samariterbund mit der Unterstützung von Flüchtlingen im Nordirak und im Libanon Verantwortung. 

Falls Sie Flüchtlinge unterstützen möchten: 
Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs hat gemeinsam mit der österreichischen Post AG die Aktion "Willkommenspakete für Flüchtlinge" gestartet und dabei eine unglaubliche Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung erfahren. Bis jetzt sind bereits mehr als 2.000 Pakete eingetroffen. Bis 31. Oktober können Sachspenden für Flüchtlinge kostenlos in jeder Postfiliale und bei jedem Post Partner in ganz Österreich aufgegeben werden.