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„Für uns bedeutet Zadruga einen Neustart“

Das Samariterbund-Projekt „Zadruga“ unterstützt 100 Familien im serbischen Šabac: Rund 20 Landwirte haben nun an einer Konferenz in Wien teilgenommen und sich mit Bio-Bauern in Oberösterreich ausgetauscht.


"Der Projektbesuch bei oberösterreichischen Bauern war ein großer Erfolg" freut sich Barbara Schlichtinger, Projektleiterin beim Samariterbund. Etwa 20 Kleinbauern aus dem serbischen Šabac hatten sich Know-How von oberösterreischischen Biobauern geholt und an einer Konferenz in Wien teilgenommen. Andreas Balog, Mitglied der ASBÖ-Geschäftsleitung berichtete über das umfassende Engagement des Samariterbundes in den Flutgebieten seit 2014. Das aktuelle Samariterbund-Projekt unterstützt 100 Familien, die nach dem Hochwasser vor den Trümmern ihrer Existenz standen. "Wir haben uns oft gefragt, warum uns das treffen musste", so Miodrag Nedelković, Geschäftsführer von IDC Serbien: "Die Partnerschaft mit dem ASBÖ unterstützt uns sehr."

Höhere Erträge für Bauern der Kooperative

Seit Herbst 2015 hilft der Samariterbund im serbischen Šabac mit dem Projekt "Ländliche Entwicklung nach der Flut". Die Kleinbauern erlernten neue Anbaumethoden, die Grundlagen biologischer Landwirtschaft sowie neue wirtschaftliche Fähigkeiten. Das Ergebnis ist die landwirtschaftliche Kooperative "Agro Iris". Produkte werden unter dem Namen "Zadruga", zu Deutsch "Freund", verkauft. Igor Kojčić, Projektkoordinator bei IDC Serbien hat das Projekt großgezogen "wie ein Baby". Gedörrtes Obst und Gemüse bringt den Bauern der Kooperative nun höhere Erträge ein. Das sichert ihnen das Überleben. Landwirt Nenad Ilic: "Für meine Frau, meine Kinder und Eltern - für uns alle ist Zadruga ein Neustart."

Widerstand gegen Ausverkauf von Land

Hintergrund des Projektes ist es, vernetzten Widerstand gegen den Ausverkauf des Landes an Großkonzerne zu bieten, denen vor allem Kleinbauern oft ausgeliefert sind. Brigitte Reisenberger von FIAN: "Auch in Österreich gibt es Landkonzentration, 3% kontrollieren 52% der Fläche." Die nun besuchten Höfe im Mühlviertel gehören der Österreichischen Berg- und KleinbäuerInnen-Vereinigung an. Monika Thuswald von ÖBV: "Wir müssen die Zukunft der Ernährung gemeinsam in die Hand nehmen und nicht den Großkonzernen überlassen." Das sehr erfolgreiche Projekt läuft noch bis Ende September 2017 und speist sich aus Beiträgen der Stadt Šabac, des IDC Serbien, der Austrian Development Agency ADA und des Samariterbundes. Auch für die Höfe in Oberösterreich war es ein lohnendes Erlebnis. Landwirt Hannes Hofer: "Das Interesse war groß und wir konnten voneinander lernen."