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Gedenken an Samariterbund-Flüchtlingshilfe bei der "Brücke von Andau"

Bei der „Brücke von Andau“ fand am Samstagvormittag eine Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Ungarn-Aufstandes mit Zeitzeugen aus Österreich und Ungarn, Hilfsorganisationen, dem Bundesheer und Repräsentanten aus der Politik – allen voran Bundespräsident Dr. Heinz Fischer – statt. 1956 strömten dort 70.000 Flüchtlinge aus Ungarn in das Burgenland. Der ASBÖ hatte damals eine Schlüsselstellung bei der Versorgung von insgesamt 300.000 Ungarn-Flüchtlingen inne. In den Flüchtlingslagern tatkräftig mitgearbeitet hat dabei Maria Schwarz, die mit dem Bundespräsidenten, Landeshauptmann Hans Niessl, ASBÖ-Bundessekretär Reinhard Hundsmüller und Samariterbund Burgenland-Geschäftsführer Ralph Ebhart einen Rundgang durch die historische Samariterbund-Ausstellung unternahm.


Seitens der Österreicher sei spontan ein hohes Maß an Hilfe geleistet worden, betonte der Bundespräsident: "Es ist schön, dass wir nicht mit schlechtem Gewissen an diese Ereignisse zurückdenken müssen, sondern sagen können, dass es einen Strom der Hilfsbereitschaft, einen Sieg der Menschlichkeit gab." Die burgenländische Bevölkerung „gab damals ein Beispiel an Solidarität und Hilfsbereitschaft, das auch international Beachtung gefunden hat", erklärte LH Niessl. Heute stehe die Brücke als Metapher für eine Brücke in die Freiheit, eine Brücke zwischen Völkern und der Menschlichkeit.

 

„Während der Ungarn-Krise 1956 kam dem ASBÖ dank seiner weit reichenden Beziehungen eine maßgebliche Funktion bei der Organisation und Koordination von Hilfsgütertransporten aus aller Welt zu“, erklärte Bundessekretär Hundsmüller. In einer enormen materiellen und personellen Leistung wurden die Flüchtlinge bereits an der Grenze medizinisch versorgt, verpflegt, untergebracht und zum größten Teil per Zug auf den Weg in ihre Aufnahmeländer begleitet.

 

Bei der Ausstellung zur Gedenkveranstaltung präsentierte der ASBÖ insgesamt 32 Schautafeln, auf denen acht Bereiche thematisiert wurden: „Das zerstörte Budapest“, „Die Flucht mit dem Schlauchboot“, „Anlaufen der ASBÖ-Hilfeleistungen“, „Die Verpflegung der Flüchtlinge“, „Übernachtungen im Flüchtlingslager“, „Bustransfers zum Bahnhof“, „Verabschiedung der Züge“ und „Schiffspassage aus Hamburg in die Freiheit“.

 

„Ich weiß nicht, ob ich schriftlich meinen Dank so ausdrücken kann, wie wir ihn eigentlich fühlen“, lautete es damals in einem Brief an den ASBÖ: „Sie und ihr Bund waren die ersten, die uns geholfen haben.“

 

Die Brücke, die 1957 von sowjetischen Soldaten gesprengt wurde, ist 1996 zum 40. Jubiläum vom österreichischen Bundesheer auf ungarischem Boden wieder errichtet worden.