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GEZA begrüßt Rückkehr Aminatou Haidars

Erster Schritt der marokkanischen Regierung


Die Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar konnte endlich in die Westsahara zurückkehren. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass ein Flugzeug mit Haidar an Bord am Donnerstagabend von Lanzarote mit dem Ziel Westsahara startete. Zuvor war Haidar die Rückkehr in ihre Heimat von den marokkanischen Behörden mehrfach verweigert worden. Dagegen hatte sich die aufgrund ihres friedlichen Widerstandes auch als "Ghandi der Westsahara" bezeichnete Aktivistin mit einem Hungerstreik gewehrt, der nun bereits einen Monat andauerte.

 

"Wir begrüßen, dass die marokkanischen Behörden endlich auf den internationalen Druck und Aminatou Haidars Hungerstreik reagiert haben", kommentiert Andreas Balog, Geschäftsführer der GEZA (Gemeinnützige Entwicklungszusammenarbeit GmbH). "Es ist zu hoffen, dass Aminatou Haidar nach ihrer Rückkehr in die besetzten Gebiete die dringend notwendige medizinische Behandlung erhält und sie keine bleibenden gesundheitlichen Schäden davonträgt." Gemeinsam mit der ÖSG-Vorsitzenden und GEZA-Beirätin LR Karin Scheele, der Abgeordneten im Europa-Parlament Ulrike Lunacek und weiteren NGOs hatte die GEZA mehrfach die Rückkehr Haidars gefordert. Eine Kundgebung vor der Wiener Staatsoper und ein Besuch beim marokkanischen Botschafter in Österreich hatten der Forderung Nachdruck verliehen. "Wir erinnern aber daran, dass sich die erst im Oktober widerrechtlich festgenommenen sieben Menschenrechtsaktivisten nach wie vor in Haft befinden und der Bevölkerung der Westsahara durch die Besetzung Marokkos weiter das Recht auf Selbstbestimmung verwehrt wird", ergänzt Andreas Balog.

 

Auch NR-Präsidentin und GEZA-Beiratsvorsitzende Mag.a Barbara Prammer hatte sich am Internationalen Tag der Menschenrechte in Briefen an Ihre Amtskollegen in Spanien und Marokko mit dem Ausdruck großer Besorgnis gewendet und sich für die Beendigung der Maßnahmen gegen Haidar und für die Freilassung der sieben im Oktober verhafteten MenschenrechtsaktivistInnen eingesetzt.

 

Hintergrund:

Die Westsahara, ehemals spanische Kolonie, wurde 1975 von Marokko völkerrechtswidrig besetzt. Seit 1991 blockiert Marokko die Bemühungen der UNO für ein freies und faires Referendum über die Zukunft der Westsahara. Nach der Besetzung floh ein großer Teil der saharauischen Bevölkerung in die Wüste Algeriens. Seit mehr als 30 Jahren leben rund 160.000 Saharauis unter prekären Bedingungen in Flüchtlingslagern mitten in der Sahara.