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GEZA fordert am Internationalen Tag der Menschenrechte Unterstützung für Aminatou Haidar

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte erinnert die GEZA (Gemeinnützige Entwicklungszusammenarbeit GmbH) an die systematischen Menschenrechtsverletzungen in der Westsahara. Aktuelles wie prominentes Beispiel ist das Vorgehen der marokkanischen Behörden gegen die international mehrfach ausgezeichnete Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar.


Am 14. November dieses Jahres wurde Haidar von den marokkanischen Behörden aus ihrer Heimat vertrieben. Seither wartet sie auf die Möglichkeit der Wiedereinreise in die von Marokko besetzte Westsahara. Aminatou Haidar, wegen ihres friedlichen Einsatzes für die Rechte des saharauischen Volkes auch als „Gandhi der Westsahara“ bezeichnet, befindet sich aus Protest gegen dieses Vorgehen im Hungerstreik und mittlerweile in Lebensgefahr. Der Befund der Ärzte ist besorgniserregend: Aminatou Haidar verweigert nicht nur Nahrung und Medizin, sie leidet nach jahrelanger Haft und Folter durch die marokkanischen Behörden auch an schweren, blutenden Magengeschwüren. Die Ärzte geben Haidar "Tage, wenn nicht nur Stunden". Obwohl stark geschwächt, hält sie an ihrem Ziel fest: "Ich möchte zurück in meine Heimat."

 

Am vergangenen Montag, dem 7.12., nahmen Ulrike Lunacek, Abgeordnete zum Europaparlament und Vorstandsmitglied der Österreichisch-Saharauischen Gesellschaft und Andreas Balog, GEZA-Geschäftsführer einen Termin in der marokkanischen Botschaft in Österreich wahr und richteten den dringlichen Appell an den marokkanischen Botschafter, Fr. Haidar in ihre Heimat zurückkehren zu lassen. "Sollte Aminatou Haidar die Rückkehr nicht in den nächsten Tagen gewährt werden, befürchte ich das Schlimmste," wies Lunacek auf die dramatische gesundheitliche Situation der Menschenrechtsaktivistin hin. "Ich machte den Botschafter darauf aufmerksam, dass der Tod der in Lebensgefahr schwebenden Mutter zweier Kinder ein mehr als negatives Bild auf Marokkos Beteuerungen werfen würde, ein Staat zu sein, in dem die Menschenrechte eingehalten werden," so Lunacek. Auf Initiative der Grünen wird es nächsten Donnerstag im Europaparlament eine dringliche Debatte mit Resolution zu West-Sahara geben.

 

Im Rahmen des Treffens mit dem marokkanischen Botschafter wurden auch die Forderungen mehrerer zivilgesellschaftlicher Organisationen übergeben und nochmals nachdrücklich auf die große Besorgnis über den Gesundheitszustand von Aminatou Haidar aufmerksam gemacht.

 

Vergangenen Freitag hatten GEZA, ÖSG (Österreichisch Saharauische Gesellschaft) und Volkshilfe eine Kundgebung vor der Staatsoper in Wien organisiert und gefordert,

 

- dass die Vertreibung der Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar umgehend rückgängig gemacht wird

- dass die im Oktober verhafteten sieben MenschenrechtsaktivistInnen und alle übrigen politischen Gefangenen sofort freigelassen werden

- dass VertreterInnen internationaler Menschenrechtsorganisationen ungehinderten Zugang zu den von Marokko besetzten Gebieten erhalten

- dass die Bevölkerung der Westsahara endlich ihr uneingeschränktes Recht auf Selbstbestimmung frei ausüben kann und die jahrzehntelange Besetzung der Westsahara unter Zugrundelegung der Grundsätze des Völkerrechts beendet wird.

 

 

„Wir müssen zeigen, dass Menschenrechte und die Grundprinzipien des Völkerrechts für alle gelten – egal ob groß oder klein, stark oder schwach“, fordert GEZA-Geschäftsführer Andreas Balog. „Man sollte sich auch genau ansehen, ob im Rahmen des bestehenden Fischereiabkommens zwischen der EU und Marokko unsere Steuergelder dazu verwendet werden, systematische Menschenrechtsverletzungen zu subventionieren. Europäische Fangflotten fischen die Hoheitsgewässer der Westsahara gegen den Willen der saharauischen Bevölkerung ab, im Gegenzug dafür werden rund 144 Millionen Euro an die Besatzungsmacht Marokko überwiesen.“

 

Hintergrund:

Die Westsahara, ehemals spanische Kolonie, wurde 1975 von Marokko völkerrechtswidrig besetzt. Seit 1991 blockiert Marokko die Bemühungen der UNO für ein freies und faires Referendum über die Zukunft der Westsahara. Nach der Besetzung floh ein großer Teil der saharauischen Bevölkerung in die Wüste Algeriens. Seit mehr als 30 Jahren leben rund 160.000 Saharauis unter prekären Bedingungen in Flüchtlingslagern mitten in der Sahara.

 

Über die GEZA

Die GEZA ist eine österreichische, konfessionell unabhängige Nichtregierungsorganisation, die sich der Entwicklungszusammenarbeit und entwicklungspolitischen Bildungsarbeit widmet. Getreu ihrem Motto "der Welt die Hand reichen" setzt sich die GEZA für Armutsbekämpfung, Gesundheit, Bildung, lokale Wirtschaftsentwicklung sowie Demokratieförderung und Menschenrechte ein. Als Gesellschafter der GEZA ist der ASBÖ räumlich und inhaltlich stark mit der Non-Profit-Organisation verbunden. Mehr Informationen zu den Projekten der GEZA finden Sie auf www.geza.at.

 

Rückfragehinweis:

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs

Karola Foltyn-Binder

Tel.: 01-89 145-221

karola.foltyn-binder@samariterbund.net