Inhalt
< vorheriger Artikel

GF R. Hundsmüller fordert Hilfe für Frauen

Vor allem Frauen sind von sozialer Ungerechtigkeit betroffen


Zum UNO-Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar 2020 fordert Samariterbund-GF Reinhard Hundsmüller dringende Maßnahmen für Frauen – auch in Österreich. „Immer noch ist die soziale Ungerechtigkeit auf der Welt riesengroß: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt 45% des gesamten Reichtums. Für die ärmere Hälfte der Menschheit bleibt weniger als ein Prozent des Vermögens übrig“, erklärt Abg.z.NÖ Landtag (KO) und Samariterbund-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller. „Vor allem die Frauen sind die großen Verliererinnen, denn Männer besitzen 50% mehr Vermögen als Frauen. Und Frauen verdienen im Schnitt 23% weniger und sind häufiger als die Männer von extremer Armut betroffen. Außerdem leisten Frauen und Mädchen weltweit jeden Tag rund 12 Milliarden Stunden unbezahlte Hausarbeit, Fürsorge und Pflege. Frauen sind sozial viel schlechter abgesichert – fast zwei Drittel aller Menschen, die keine Rente beziehen, sind Frauen. Es kann keine Gerechtigkeit geben, wenn die Situation von Frauen nicht berücksichtigt wird.“

Defizite in Österreich

Die Bertelsmann-Stiftung  in Gütersloh (Deutschland) erstellt jedes Jahr einen umfangreichen Index zur sozialen Gerechtigkeit in der EU und der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Die aktuellen Ergebnisse für Österreich sind dabei alles andere als schmeichelhaft. Bei den Bildungschancen liegt Österreich auf Platz 36. Dahinter sind nur die Slowakei, Rumänien, Ungarn und Tschechien zu finden. Die Schere zwischen Frauen und Männern geht in keinem anderen der untersuchten Länder so weit auseinander wie in Österreich. Dagegen sind in dieser Indexkategorie Schweden, Litauen, Dänemark, Estland und Finnland die am besten platzierten EU-Staaten. „Soziale Ungerechtigkeit ist keine Naturgewalt, sondern das Ergebnis einer falschen Politik“, sagt Reinhard Hundsmüller. „Es muss mehr Entwicklungshilfe in öffentliche Kinderbetreuung fließen und mehr in die Kinderbetreuung und Bildung investiert werden. Außerdem fließt zu wenig Geld in Programme, mit denen vor allem Frauen und Frauenorganisationen unterstützt werden – Tendenz fallend. Dieser Anteil muss jedoch unbedingt steigen. Finanziert werden können solche Maßnahmen durch ein ausgewogenes Steuersystem. Konzerne und Menschen mit sehr großen Vermögen müssen ihren Anteil beitragen. Die Regierung muss Konzerne stärker besteuern. Die Steuervermeidung von Konzernen muss bekämpft werden. Auch eine weltweite Finanztransaktionssteuer ist eine soziale Maßnahme, um für mehr Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen.“ 

Samariterbund übernimmt Verantwortung

Der Samariterbund sorgt in Österreich mit vielen verschiedenen bundesweiten und regionalen Einrichtungen für soziale Gerechtigkeit. Da gibt es zum Beispiel das LernLEO für Kinder und Jugendliche (eine Gratis-Hausaufgaben- und Lernunterstützung für Kinder aus Familien, die sich private Nachhilfestunden nicht leisten können). Die Samariterbund-Sozialmärkte helfen Menschen mit wenig Geld beim günstigen Einkauf von Waren des alltäglichen Lebens.  Und die Wohlfahrtsstiftung „Fürs Leben“ erreicht all jene, denen sonst niemand hilft und die durch das soziale Netz fallen würden. Begünstigte sind Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, die medizinische Therapien dringend benötigen. „Wir brauchen mehr Solidarität und Mitgefühl mit den Ärmsten. Jeder Mensch kann einen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten“, so Hundsmüller abschließend.