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Großschadensübung im Augebiet von Alkoven

Ein Anruf geht in der Leitstelle des Samariterbundes Alkoven ein: „Bitte um Hilfe, irgendwo im Augebiet ist ein Grillunfall passiert, mein Sohn ist verletzt!“ So begann am 15.Juni eine außergewöhnliche Großschadensübung, bei der dann nicht ein Verletzter, sondern acht Patienten gesucht und behandelt werden mussten.


Ein gefährliches Missgeschick

Annahme der Übung war, dass eine Gruppe Jugendlicher im Augebiet auf einer Insel in einem Schotterteich bei Lagerfeuer mit einem Campingkocher grillte. Da eine Gaskartusche in das Lagerfeuer fiel und explodierte, zogen sich fünf der sechs Jugendlichen teilweise schwere Verbrennungen zu. Der eine unverletzte Jugendliche, welchem das Missgeschick mit der Gaskartusche passierte, flüchtete mit einem Boot und lief in den Wald des Augebietes davon. Die privat alarmierten Eltern des Davongelaufenen verständigten den Samariterbund Alkoven und versuchten den Jugendlichen im Augebiet selbst zu suchen, verletzen sich dabei so, dass ein selbstständiges Weiterkommen nicht mehr möglich war.

 

Erschwerte Suchbedingungen bei Finsternis und starkem Regen

Die vom Rettungsdienst zur Unterstützung alarmierte Freiwillige Feuerwehr Alkoven transportierte einen Trupp Sanitäter und einen Notarzt mit Material zur Insel, um dort eine Bergetriage durchzuführen. Anschließend wurden die Patienten durch mehrmalige Transfers von der Insel zum “Festland“ von Feuerwehr und Samariterbund transportiert. Bei den ersten Gesprächen mit den Patienten wurde den übenden Sanitätern klar, dass noch mehrere Personen abgängig sind. Sofort wurden von der Einsatzleitung kombinierte Suchtrupps, ASB-Sanitäter mit Feuerwehrmännern der FF Polsing, zusammengestellt, die dann durch das relevante Waldgebiet eine Flächensuche durchführten. Obwohl die Suche durch teils heftige Regenfälle erschwert wurde, konnten alle vermissten Patienten gefunden, gerettet, aus dem Waldgebiet gebracht und entsprechend versorgt werden. Ein Suchtrupp konnte mit einer Wärmebildkamera der Feuerwehr ausgestattet werden, welche bei der Suche sehr hilfreich war.

 

Erfolgreiche Not-Infrastruktur

In der Zwischenzeit konnte an einem geeigneten Platz eine Behandlungsstelle mit Zelt, Stromaggregat und Notstrombeleuchtung, um den Behandlungsraum und die Patientenverladestelle auszuleuchten, aufgebaut werden. Alle Patienten wurden in die Behandlungsstelle transportiert, um dort entsprechend ihrer Verletzungen vom Notarzt behandelt zu werden. Nach Abtransport aller Verletzten in das simulierte Krankenhaus, bzw. die Samariterdienststelle und Abbau der Sanitätshilfestelle freuten sich die durchnässten Sanitäter und Feuerwehrmänner auf eine Nachbesprechung im Trockenen.

 

Lobende Worte des Einsatzleiters

Ernst Eibensteiner, Einsatzleiter des Samariterbundes:

Unsere Mitarbeiter konnten bei dieser Übung unter harten, aber realistischen Bedingungen die schwierige Rettung und Versorgung von mehreren Verletzen üben. Die Situation, dass Patienten gemeinsam von Feuerwehr und Samariterbund mittels Boot gerettet werden, kann in einem von Hochwasser bisher nicht unverschontem Gebiet wie Alkoven als realistisch bezeichnet werden. Das Training im Finsteren mit Zelt, Patientenleitsystem und der restlichen Großschadensausstattung zeigte uns einige Punkte auf, aus denen wir lernen konnten. Trotzdem kann aus allen rettungsdienstlich relevanten Sichtweisen von einer absolut erfolgreichen Übung gesprochen werden.