Inhalt
< vorheriger Artikel

Hundsmüller: Kampf gegen Armut verloren

Ausgrenzungspolitik macht vor Kindern nicht halt. Regierung nimmt einer Generation von jungen Menschen jegliche Zukunftschancen.


Kinder gehören beim neuen Sozialhilfe-Grundsatzgesetz zu den Verlierern

"Einfach nur ignorant", so kommentiert Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs die derzeitige Vorgehensweise der Bundesregierung. "All die kritischen Stellungnahmen von Dutzenden Experten, NGOs und der Richtervereinigung zum Sozialhilfe-Grundsatzgesetz werden von der Bundesregierung ignoriert. Die Brutalität, mit der sie sich auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft eingeschossen hat, ist einfach unfassbar."Das Sparpotential, das sich aus dieser Maßnahme ergibt, ist mehr als gering: Derzeit liegen die Gesamtausgaben für die Mindestsicherung bei 0,9 Prozent des Sozialbudgets.

Wie kurzsichtig diese Vorgangsweise ist, lässt sich auch belegen: Die Folgestudie zu einer der weltweit ältesten und angesehensten Studien im Bereich der frühkindlichen Förderung, dem "Abecedarian Project" (ABC-Projekts), belegt, dass Kinder aus finanziell schwachen Familien auch noch 40 Jahre nach ihrer Unterstützung profitieren: nicht nur in Bezug auf ihre kognitiven Fähigkeiten, sondern auch in Hinblick auf ihr späteres Einkommen und ihre Gesundheit.

"Kinder, die in eine armutsbetroffene, kinderreiche Familie hineingeboren werden, haben künftig keine Chance auf sozialen Aufstieg. Die finanzielle Lage dieser Familien wird so prekär, dass der Alltag zum reinen Überlebenskampf wird. Künftig werden diese Kinder von zusätzlichen Bildungsangeboten und notwendiger Gesundheitsprävention noch stärker ausgeschlossen sein", erklärt Hundsmüller.

Dieser Ministerratsbeschluss bringt nicht nur menschliches Leid, so Hundsmüller, sondern kostet den Staat künftig viel Geld. ​​