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Klinik und Eltern-Kind-Zentrum in den Bergen von Haiti durch Samariterbund wiedereröffnet

Durch das Erdbeben im Jänner 2010 wurde eine kleine Ambulanzstation in den Bergen von Léogâne komplett zerstört. Nun konnte das medizinische Zentrum wieder eröffnet werden.


Blickt man von den Hügeln von Léogâne in Richtung Meer, glaubt man, wahrlich im Paradies zu sein. Es ist schwer vorstellbar, wenn man hier steht und die Blicke in die Ferne schweifen lässt, welches Leid sich vor eineinhalb Jahren zugetragen hat.

 

Von der ehemaligen Dorfambulanz waren nur noch die Grundmauern erkennbar, die medizinische Versorgung über 7.000 Menschen war nicht mehr gegeben.

 

Bruder Olizard, einer der Brüder des Ordens, welcher hier die medizinische Versorgung der Bevölkerung versah, konnte damals nur schwer an ein Weitermachen denken. Lediglich die Kapelle blieb vom Erdbeben verschont. Gerade dieses Zeichen gab Hoffnung, dass sich in der Zukunft doch etwas ändern könnte.

 

Nun steht eine wieder erbaute Klinik an der Stelle, wo noch vor kurzem alles in Schutt und Asche lag. Die Wände strahlen in freundlichem Gelb, und seit zwei Monaten arbeitet hier ein hochmotiviertes Team rund um Doktor Pierre Blaise in verschiedenen Räumlichkeiten für die hiesige Bevölkerung. Neben einer ambulanten sowie stationären Aufnahme haben die Patienten sogar die Möglichkeit einer zahnmedizinischen Behandlung, was in den Hügeln von Léogâne eine Besonderheit darstellt.

 

Durch die Unterstützung der Spenden der österreichischen Bevölkerung, welche auch im Rahmen der Aktion „Zukunft für Haiti“ (Kooperation des ASBÖ Salzburg mit Salzburger Nachrichten) gesammelt worden war, konnte der Samariterbund gemeinsam mit dem Orden den Wiederaufbau ermöglichen.

 

„Es ist schön zu sehen, dass sich der Samariterbund Österreich für die Bedürfnisse unserer Bevölkerung interessiert und so eine wirklich nachhalte Hilfe leistete. So konnten in den letzten Monaten in meinem Bezirk auch schon etliche Brunnen, Toiletten und Duschanlagen errichtet werden. Diese Klinik stellt auch für Patienten weit über die Bezirksgrenzen hinaus eine Möglichkeit der medizinischen Versorgung dar“, würdigt Coordinateur de District Ansy Seraphin die Leistungen des Samariterbundes.

 

Während der Schülerchor „We are the World“ singt und man in die strahlenden Augen junger Frauen und deren Kinder sieht wird einem bewusst, dass vor allem auch durch das integrierte Eltern-Kind-Zentrum den kleinsten der Bevölkerung und deren Müttern eine fachlich kompetente Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht.

 

„Hilfe, wo Hilfe benötigt wird. Nach diesem Motto handeln die Samariter, und es macht uns stolz zu sehen, mit wie viel Liebe und Engagement hier gearbeitet wird. Den Kindern eine Chance geben und deren medizinische Basisversorgung sicherzustellen, war uns in dieser Klinik ein besonders großes Anliegen.“ So Georg Djundja vom Samariterbund Salzburg.

 

Während man noch einmal aus dem Patientenwarteraum, in dem die Eröffnungsfeier stattfindet, in die atemberaubende Landschaft blickt, spricht der Mann, welcher vor mehr als 18 Monaten vor den Trümmern der ehemaligen Ambulanz stand:

 

„Ich gebe allen Unterstützern in Österreich mein Wort, dass jeder einzelne Euro zum Wohle der Patienten in dieser Klinik eingesetzt wird. Nun können hier Jung und Alt immer auf eine gute Versorgung zählen. Herzlichen Dank, dass uns dies hier ermöglicht wurde.“