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KRITIK: Benefizkonzert mit Ildiko Raimondi, Herbert Lippert und seinen Freunden


Mit Benefizkonzerten ist es so seine Sache. Meistens bedeutet "gut gemeint" nicht wirklich "gut gelungen". Nicht so bei dieser Veranstaltung, die zugunsten des "Nikolauszuges" (damit wird jährlich hunderten Kindern, die aus schwierigen Lebensbedingungen kommen, eine Reise mit einem ÖBB-Sonderzug finanziert) des Arbeitersamariterbundes im Wiener MuTh in Szene ging.

Das anwesende Publikum entsprach zwar deckungsgleich der täglichen "Seitenblicke"-Besetzung, das entsprechende TV-Team filmte und interviewte vom Punsch vor Beginn bis zum Get-Together mit den Künstlern nach dem Konzert, naja, soll halt sein. Der Herr Bundespräsident war auch da, ebenso Sozialminister Rudolf Hundstorfer und großkoalitionär vereint auch Flüchtlingskoordinator Christian Konrad. (...) 

Egal, zurück zu einem herrlichen Programm, das Herbert Lippert zusammengestellt hatte. Es galt nämlich dem genialen und unvergesslichen Tonfilm-Komponisten Werner Richard Heymann, der sich mit folgenden Worte vorzustellen pflegte: "Sie kennen mich nicht, haben aber schon von mir gehört!" Und in der Tat, seine Schlager kennt wirklich jeder, etwa "Liebling, mein Herz lässt dich grüßen", " Das ist die Liebe der Matrosen" oder "Irgendwo auf der Welt". Für diesen Abend nahm Lippert u.a. "Ein Freund, ein guter Freund", "Du bist das süßeste Mädel der Welt" oder "Das gibt's nur einmal" ins Programm, allesamt perfekt arrangiert (für das Ensemble Spring String-Quartet, verstärkt durch den Klarinettisten Andreas Wieser und unter der Leitung des Pianisten Eduard Kutrowatz). Keine leichte Aufgabe, die ursprünglich für großes Orchester geschriebenen Nummern in diese Form zu bringen. Herrliche Schätze konnte man an diesem Abend auch neu entdecken oder wiederentdecken: So etwa das ursprünglich für Lilian Harvey und Willy Fritsch komponierte und auch von Paul Hörbiger interpretierte "Wir zahlen keine Miete mehr"!

Frau Kammersängerin Ildiko Raimondi bewies dabei mit ihrem Tenorpartner, dass es möglich ist, "leichte" Schlager mit dem nötigen Ernst zu singen. Gerne würde man mehr von den beiden in diesem Genre hören!

Ernst Kopica

MERKEROnline