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Kritik vor Flüchtlingsgipfel: NGOs wurden nicht eingeladen

ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Hundsmüller: „Unverständlich, dass der Bund nicht auf die Kompetenz der NGOs zurückgreift.“


"Es ist zwar zu begrüßen, dass sich morgen endlich die Regierung mit Ländern und Gemeinden an einen Tisch setzt. Aber NGOs wie der Samariterbund betreuen Flüchtlinge nicht erst seit September des Vorjahres, sondern haben jahrelange Erfahrung in diesem Bereich. Wir sind im Dauereinsatz, arbeiten an der Basis und tragen die größte Last in der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Wir wissen über die Ängste und Nöte der Menschen Bescheid - sowohl der in Österreich lebenden Bevölkerung als auch der Ängste der AsylwerberInnen. Es ist unverständlich, dass der Bund bei der Konzepterstellung nicht auf die Kompetenz der NGOs zurückgreift", kritisiert ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller im Vorfeld des morgigen Asylgipfels mit den Bundesländern, zu dem die Hilfsorganisationen nicht eingeladen sind.

Es fehle ein einheitliches System, auch was Angebote zur kulturellen Orientierung von Flüchtlingen in Österreich betrifft. "Die NGOs werden im Stich gelassen", sagt Reinhard Hundsmüller: "Es braucht klare Vorgaben und Angebote zur gesellschaftlichen Integration, gekoppelt an Deutschkurse während des Asylverfahrens. Wir bekommen aber nicht die nötigen Mittel dafür. Mit dem aktuellen Tagsatz können wir nur das Nötigste, also die Unterkunft und Verpflegung, zur Verfügung stellen." Bereits beim Angebot der Deutschkurse sind NGOs auf das Engagement ehrenamtlicher MitarbeiterInnen angewiesen.

"Ein flächendeckender Integrationsplan inklusive Qualifikations-Check, Sprachkursen und Integrationsmaßnahmen vom ersten Tag an, ist gefragt", so Reinhard Hundsmüller. Eine solidarische Lösung sei sowohl auf EU-Ebene als auch national dringend notwendig. "Ich hoffe, dass der morgige Gipfel sich nicht auf die Themen Obergrenze und Rückführung beschränkt. Das wäre viel zu kurz gegriffen. In der derzeitigen Situation bedarf es einer breiten, ehrlichen Diskussionsplattform, die an praktikablen Lösungen interessiert ist", erklärt Reinhard Hundsmüller. "Wenn dann nichts mehr funktioniert, werden wir wieder die Kastanien aus dem Feuer holen müssen", so Hundsmüller abschließend.