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Landeskatastrophenübung 2012

Terrex 2012Vom 22. bis 24. Mai 2012 übten nationale und internationale Hilfs-, Rettungs- und Einsatzorganisationen, sowie die zuständigen Behörden den Katastrophenfall nach einen schwerem Erdbeben in mehreren Schadensräumen rund um Kufstein und Reutte sowie auch im benachbarten Ausland. Unter der Übungsleitung von  Robert Lauf, Landesrettungskommandant des Samariterbundes Tirol und Christian Hnat , Leiter Abteilung Einsatz, nahmen an der Terrex Übung 2012 ca. 70 Personen und 7 Rettungshunde aus den Fachbereichen Mantrailing, Flächen und Trümmersuche, ca. 15 Spezialfahrzeuge, sowie 4-5 Rettungsfahrzeuge des Samariterbundes teil, welche in Zusammenarbeit mit den Tiroler Hilfskräften versuchten, die vorgegebenen Aufgaben zu lösen. 


Übungsannahme der Terrex 2012 war ein schweres Erdbeben, welches am Montag, den 21. Mai 2012 in den frühen Morgenstunden den Raum Reutte/Füssen in der Stärke 6,3 nach Richter erschütterte. Wenig später wurde im Raum Kufstein/Kiefersfelden ein Erdbeben der Stärke 6,2 registriert. Eine erste Opfer- und Schadensbilanz ergab insgesamt 60 Tote, 200 Verletzte, 55 eingestürzte und 120 stark beschädigte Häuser. Zahlreiche Verkehrsverbindungen waren unterbrochen und wichtige Infrastruktur wurde beschädigt. Auch die Stromversorgung war teilweise ausgefallen. Dabei wurde in Kufstein beim Bezirkskrankenhaus mit dem Roten Kreuz und dem Bundesheer ein Feldlazarett errichtet und betrieben. Die Rettungs- und Notfallsanitäter sowie auch eine Notärztin des ASB hatten die Möglichkeit, im Feldspital des Österreichischen Bundesheeres mitzuarbeiten und konnten bei der Zusammenarbeit wertvolle Erfahrungen gewinnen.Weitere Kräfte wurden im Rettungstransport, Krisenintervention und der Logistik eingeteilt.  Neben der Rettung und Bergung von Personen aus dem Übungsgebieten wurden in einzelnen HOT Spots verschieden Szenarien durchgespielt.So musste unter anderem die Stromversorgung in Kramsach von den Hilfskräften wiederhergestellt werden. Ein Fahrzeug mit mehreren Personen stürzte in den Inn, welches das Zusammenarbeiten von Feuerwehr, Wasserrettung, Rettungsdiensten und dem Bundesheer Hubschraubern forderte. In einem Trümmerhaus in Kufstein mussten verschüttete Personen von den Hilfskräften gesucht, versorgt und geborgen werden. Dabei wurden unsere Trümmerhunde, der Rettungsdienst und die Feuerwehr eingesetzt. Eine Station mit 25 Personen des Bezirkskrankenhauses Kufstein wurde mit der Drehleiter der Feuerwehr evakuiert und dem Rettungsdienst übergeben. Gleichzeitig fand am Bahnhof in Kufstein ein Gefahrengutunfall statt, welcher die Spezialkräften des Bundesheers und der Feuerwehr forderte. Unsere Rettungshundestaffel wurde zu einer internationalen Übungsannahme im nahen bayrischen Grenzgebiet eingesetzt. Dort mussten Rettungshunde aus Deutschland , der Schweiz und Österreich ca. 25 Personen aus einem speziell vorbereiteten Haus suchen und bergen. Im Außerfern wurd unsere Trinkwasseraufbereitungsanlage beim Bezirkskrankenhaus Reutte errichtet, welche die dort errichtet Sanitätshilfsstelle des Roten Kreuzes mit Trinkwasser versorgte. Als letztes Übungsszenarium wurde die Evakuierung eines bereit eingerichteten Hilfszentrums in Kufstein geübt. Mehrere 100 Personen mussten auf Grund eines Nachbebens das Gebäude verlassen und in ein andreres Hilfszentrum übersiedelt werden. Auch im behördlichen Landeseinsatzstab in Innsbruck war der Samariterbund Tirol durch dessen Geschäftsführer Gerhard Czappek vertreten. Im Bezirksrettungskommando des RK Kufstein waren Horst Maier als Verbindungsoffizier und in der mobilen Leistelle mehrere unserer Mitarbeiter  tätig, um bei der Koordination der Rettungsfahrzeuge mit zu helfen. Bundesminister Mag. Norbert Darabos sowie der geschäftsführende Vizepräsident des ASBÖ NR.Abg. Bgm. Otto Pendl und Frau KR Vzbgm. Ruth Gabriel konnten sich bei ihrem Besuch über die Leistungs- und Einsatzbereitschaft des Samariterbundes ein genaues Bild machen und dankten allen teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen für deren Engagement.