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Lehrveranstaltung Forschung und Projektentwicklung

Zum Thema „Recht haben, Recht kriegen als KlientIn der Wohnungslosenhilfe“ wurde im Rahmen einer Lehrveranstaltung der FH Campus Wien im Haus WohnenPlus Riga, Haus R3 und Haus Sama geforscht und neue Projektideen entwickelt.


"Vieles was heute im Sozialbereich und im Speziellen in der Wohnungslosenhilfe als etablierter "Standard" angesehen wird, entstand oft aus einer Projektidee heraus. Auch das Internetcafé ZwischenSchritt entwickelte sich aus einer solchen Idee heraus - nämlich aus der Erfahrung, dass so etwas gebraucht wird", so Roland Gombots, stellv. Bereichsleiter WSD des Samariterbundes Wien.
Gemeinsam mit Florentina Astleithner begleitete er im Rahmen der Kooperation zwischen FH Campus Wien, Bachelorstudiengang Soziale Arbeit, und dem Samariterbund Wien, WSD, Studierende bei der Lehrveranstaltung "Forschung und Projektentwicklung".

So wurden im Rahmen dieser Lehrveranstaltung die ersten Erhebungen zum Thema "Recht haben, Recht kriegen als KlientIn der Wohnungslosenhilfe" im Haus WohnenPlus Riga, Haus R3 und Haus Sama durchgeführt. Gemeinsam mit den Studierenden wurden Gesprächsleitfäden entwickelt und in den drei Einrichtungen mit den BewohnerInnen Interviews durchgeführt. Ausgehend von der zentralen Fragestellung, welche Erfahrungen die KlientInnen der Wohnungslosenhilfe mit der bedarfsorientierten Mindestsicherung haben, wurde auch danach gefragt, wie die KlientInnen den Kontakt zu Behörde erleben. Weiters wurde eruiert, welche Erfahrungen es mit der Antragstellung gibt, ob diese als Form der sozialen Kontrolle erlebt wird und ob es mehr Unterstützung seitens der Behörde und der Sozialarbeit in den Einrichtungen braucht.

Auch die Frage nach der Rechtsdurchsetzung von Ansprüchen wurde thematisiert. Die sogenannte Non-take-up-Rate bei der Bedarfsorientierten Mindestsicherung und anderen Sozialleistungen gibt darüber Auskunft, wie viele Anspruchsberechtige auf ihren Rechtsanspruch verzichten. Die sozialarbeiterische Praxis zeigt, dass Übersetzungsleistungen in beide Richtungen notwendig sind und Ansprüche meist nur durch sozialarbeiterische Intervention durchgesetzt werden können.

Ziel des Projektes war, die KlientInnen im Sinne eines Empowerments zu stärken und einen Prozess der Gemeinschafts- und Wissensbildung in Gang zu setzen.
Die Studienergebnisse und die daraus entwickelten Projektideen wurden am 22. Juni im Internetcafé ZwischenSchritt von den Studierenden präsentiert.

Ein neues Projekt beschäftigt sich bereits seit dem Sommersemester 2015 mit der Beforschung der Samariterbund-Sozialmärkte zum Thema "Sozialmärkte als Handlungsfelder der Sozialen Arbeit".
Ergebnisse dazu werden 2016 präsentiert.