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Neue Ära im Tiroler Rettungswesen: Der erste Vertrag mit dem Samariterbund Tirol ist unterzeichnet

Die Wildschönau beauftragte als erste Gemeinde Tirols den Samariterbund Tirol mit der Durchführung des örtlichen Rettungsdienstes, der Vertrag ist bereits rechtskräftig unterzeichnet.Daran änderte auch nichts mehr der Versuch der Rot-Kreuz Bezirksstelle Kufstein sowie der Bezirksstelle Innsbruck Stadt, die zu 100 % Eigentümerin der Medi-Trans ist, die Entscheidung des Gemeinderates beim Unabhängigen Verwaltungssenat des Landes Tirol zu beeinspruchen. Am 19. Mai befasste sich der UVS mit dem Antrag auf Nachprüfung der Ausschreibung und Erlass einer einstweiligen Verfügung. Die Richter wiesen die Einsprüche ab. An der Ausschreibung hatten sich zwei Organisationen mit drei Angeboten beteiligt. Die Firma Medi-Trans (ÖRK Innsbruck Stadt) trat zwar als Billigstbieter auf, hat aber keine Verträge mit den Krankenkassen, keine Infrastruktur vor Ort und verfügt nicht über die laut Tiroler Rettungsgesetz § 3 Abs. 1 b) erforderliche Gemeinnützigkeit. Offen bleibt die Frage, wie die Preisdifferenz zwischen den beiden Rot-Kreuz-Anbietern erklärbar ist. Das RK Kufstein verlangt derzeit eine Kopfquote von 8,62 Euro und berechnete im Angebot an die Wildschönau die Kopfquote mit 50,75 Euro. Die Medi-Trans bot um 5,34 Euro an - ohne über eine Infrastruktur im Tiroler Unterland zu verfügen. Der Vorwurf an den Samariterbund, eine "Diskontrettung" mit Dumpingpreisen zu sein, wurde durch die Preispolitik der Medi-Trans des Roten Kreuzes Innsbruck Stadt jedenfalls ad absurdum geführt. Alarmierung: Verhandlungen mit der ILLBisher erfolgte keine Alarmierung des Samariterbund Tirol über die ILL (Integrierte Landesleitstelle). Der politisch verantwortliche Landesrat Anton Steixner wie auch der zuständige Landesbeamte DI Herbert Biasi gaben allerdings bereits die klare Zusage ab, dass mit dem ersten Rettungsvertrag die Verhandlungen über die Aufnahme des ASB in die Alarmierung der ILL beginnen. Das Land wurde von uns bereits von der Vertragsunterzeichnung in Kenntnis gesetzt. Von den Verhandlungen wird es abhängen, ob der Notruf 144 aus der Wildschönau ab Jänner 2007 in die ILL oder direkt zum Samariterbund laufen wird. Unser Angebot an die Gemeinden steht!Mit Itter, Hopfgarten und Wörgl haben drei weitere Gemeinden ihre Rettungsverträge mit dem Roten Kreuz gekündigt. Der Samariterbund Tirol richtet das Angebot, den örtlichen Rettungsdienst zu günstigen Konditionen zu übernehmen, weiterhin an alle Gemeinden in unserem Einzugsgebiet.Unser Transportvolumen steigt beständig. 2005 wickelten wir bereits 6000 Fahrten ab. Die für 2006 kalkulierten 8000 Fahrten werden wir sicher überschreiten, da bereits jetzt über 4000 Fahrten durchgeführt wurden.Mit der anstehenden Neuvergabe des örtlichen Rettungsdienstes in jenen Gemeinden, die ihre Verträge bereits gekündigt haben, wird auch die Entscheidung über den Standort eines zusätzlichen Stützpunktes des Samariterbund Tirol fallen.Der Samariterbund Tirol bewährte sich bereits in den vergangenen Jahren bei Rettungseinsätzen und Krankentransporten in der Wildschönau und wurde wie hier im Bild auch bei Feuerwehrübungen einbezogen.