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Neue Wiederbelebungs-Richtlinie in Kraft

Ende 2005 hat der Europäische Wiederbelebungsrat (ERC, European Resuscitation Council) neue Richtlinien für den gesamten Bereich der Wiederbelebung (ErsthelferInnen, RettungssanitäterInnen, NotfallsanitäterInnen, ÄrztInnen,...) heraus gegeben. Vor allem medizinischen Laien soll der Zugang zu Erster Hilfe erleichtert werden.


Bilder für ERC Richtlinie

Bilder für ERC Richtlinie

Jährlich sterben in Österreich ca. 13.000 Menschen an einem Herzstillstand. Mehr als die Hälfte könnte durch sofortiges Handeln gerettet werden. Das ist auch einer der Gründe, warum der Europäische Wiederbelebungsrat (European Resuscitation Council, ERC) im vergangenen November neue Richtlinien für den gesamten Bereich der Wiederbelebung publizierte. Einerseits galt es die Lehrmethode an den neuesten Wissenstand anzugleichen, da seit der letzten Veröffentlichung (im Jahr 2000) wissenschaftliche Neuerkenntnisse zum Tragen kommen, andererseits galt es für Laien den Zugang zu Erster Hilfe zu vereinfachen.

 

Darum basieren einige Änderungen der ERC-Richtlinien auf dem Bestreben, die Leitlinien zu vereinfachen, dass ihre Erlernbarkeit und Merkbarkeit – sowohl für medizinische Laien als auch für Fachpersonal – verbessert werden kann. Immerhin passieren 85 Prozent aller Unfälle im Haushalt oder am Arbeitsplatz. „Rasches und vor allem richtiges Handeln – speziell von Laien – kann den Einsatzkräften den notwendigen Vorsprung bringen“, erläutert Samariterbund Wien Landesarzt Prim. Univ.-Doz. Dr. Helmut Seitz, MSc, die Wichtigkeit einfach nachvollziehbarer Wiederbelebungs- und Erste-Hilfe-Richtlinien.

 

Die neuen Richtlinien im Überblick

Die Vereinfachungen äußern sich z.B. im Wegfall der „Suche nach dem Arterienpuls“ oder in der neuen Beschreibung für das Aufsuchen des Druckpunktes für die Herzmassage : „Setze den Handballen auf die Mitte des Brustkorbes“, so die neue ERC-Richtlinie. Diese Vereinfachungen haben neben der leichteren Verständlichkeit den Vorteil, dass Zeitintervalle ohne Herzmassage minimiert werden.

 

Basisreanimation bis zur Defibrillationsbereitschaft

Auch das Bemühen um frühest mögliche Defibrillation kennt mittlerweile Grenzen: Eine Basisreanimation (Brustkorbkompressionen und Beatmung) vor einer Defibrillation verbessert nach mehreren Minuten eines Herz-Kreislaufstillstandes ohne erste Hilfe die Prognose signifikant gegenüber direkter Defibrillation ohne Brustkorbkompression. Daher ist die Durchführung einer Basisreanimation bis zur Defibrillationsbereitschaft festgeschrieben worden.

 

30:2 – mehr Brustkorbkompression

Anhand von theoretischen und praktischen Modellen wurde ermittelt, dass mehr Brustkorbkompressionen von Vorteil sind: 30 Kompressionen : 2 Beatmungen ergeben ein Optimum zwischen Oxygenierung („Sauerstoff-Zufuhr“) und (zerebralem) Blutfluss. Das Verhältnis 30:2 gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder (außer für Neugeborene), und sollte somit für jeden einfacher zu lernen und merken sein.

 

„Neue Studien zeigen, dass eine effektive, möglichst ununterbrochene Herzdruckmassage für das Überleben äußerst wichtig ist“, erklärt Seitz. All diese neuen Maßnahmen sollen dazu führen, dass die Überlebens-Chancen der PatientInnen mit Herzstillstand steigen.

 

Weitere Informationen zu den neuen ERC-Richtlinien finden Sie unter folgenden Webseiten…

 

www.erc.edu

www.rettungsdienst.de/neu/Magazin/Neues/2004/Herzmassage.html

www.agn.at/html1.php

circ.ahajournals.org/content/vol112/22_suppl/

 

Die Unterlagen für RettungssanitäterInnen stehen hier zum Download bereit.

 


Dateien:
ERC_Richtlinie2006_03.pdf1,04 Mi