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Neues Sozialhilfegesetz: Kinder stark betroffen


Neues Sozialhilfegesetz trifft viele Kinder! Gesellschaftliche Ausgrenzung sind die Folge.

"Die Frage ist: Wem geht es durch diese Gesetzesänderung in Zukunft besser? Das ist reiner Populismus und hat mit nötigen Budget-Einsparungen nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Die Folgekosten werden noch unsere Kindeskinder tragen müssen. Vom aktuellen menschlichen Leid der Betroffenen jetzt einmal ganz abgesehen", erklärt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Samariterbundes.Die Diskussion über die Mindestsicherung sorgt auch weiterhin für verhärtete Fronten und eine Spaltung der Gesellschaft: Zigtausende Frauen und Kinder sind die Verlierer. Für sie wird die finanzielle und soziale Situation deutlich dramatischer."Die Brutalität, mit der sich diese Bundesregierung auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft eingeschossen hat, ist wirklich unfassbar. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Ausgaben für die Mindestsicherung derzeit bei gerade mal 0,9 Prozent des Sozialbudgets liegen", so Hundsmüller.

Statistik Austria: neue Zahlen

Die 1,512.000 armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Personen machen laut aktueller Zahlen der Statistik Austria 17,5 Prozent der Bevölkerung aus. In Österreich leben auch 372.000 Kinder und Jugendliche in ausgrenzungsgefährdeten Haushalten. 14 Prozent der unter 20-Jährigen sparen bei der Ernährung. Fünf Prozent leben in Wohnungen, die aus Kostengründen nicht ausreichend beheizt werden können, und 31 Prozent der jungen Menschen leben in einer überbelegten Wohnung."Das hat massive Auswirkungen auf die Gesundheit", so Reinhard Hundsmüller. "Kinder und Jugendliche, die in solchen Verhältnissen leben, zählen zu den chronisch Kranken von morgen. Armut führt zu Scham, psychischer Belastung, negativem Stress, Ohnmacht und sozialer Isolation. Dadurch sind die betroffenen Kinder in der Schule weniger leistungsfähig und als Erwachsene erzielen sie später ein niedrigeres Einkommen und können deshalb schlechter für ihre eigenen Kinder sorgen", so Hundsmüller.

Stiftung "Fürs Leben"

Entgegen dem Bild vom 'Sozialschmarotzer', das häufig transportiert wird, schämen sich arme Menschen oft, Sozialleistungen, die ihnen zustehen, in Anspruch zu nehmen", erklärt Hundsmüller. Leidtragende sind dabei vor allem die Kinder. Deshalb gründete der Samariterbund die Wohlfahrtsstiftung "Fürs Leben", die es sich zum Ziel gesetzt hat, armen Kindern im Falle einer Krankheit zu helfen, wenn öffentliche wie auch private Leistungsträger keine finanzielle Hilfe mehr leisten. Die notwendigen Mittel für diese Stiftung kommen von Spenden, Wohltätigkeitsveranstaltungen und Sponsoren.