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NÖ LANDESÜBUNG: Erdbeben-Übung mit 800 Einsatzkräften


NÖ Thermenregion, 12. November 2014 – Dass die Landeskatastrophenschutzübung 2014 in der Thermenregion stattfindet ist kein Zufall, es ist die erdbebenreichste Gegend des Landes. Bei der heutigen Übung wird ein Erdbeben angenommen, das mit dem schweren Beben in Italien 2012 vergleichbar ist.

Es wäre ein Großeinsatz aller Hilfskräfte, ein Beben der Stärke 6.0 würde verheerende Gebäudeschäden anrichten. Man müsse damit rechnen, dass von Häusern Fassadenteile herabstürzen und Menschen dabei schwer verletzt werden - das war das Szenario für die heutige Landeskatastrophenschutzübung in Eggendorf.

800 Teilnehmer bei Übung

Neben den Rettungsorganisationen Samariterbund und Rotes Kreuz nahmen selbstverständlich am heutigen Übungstag auch die Freiwillige Feuerwehr, das Bundesheer und die Polizei an der Großübung teil. Viele der Einsatzkräfte probten den Katastropheneinsatz in der Vergangenheit beim Hochwasser, aber ein Erdbebenszenario war neu. Dabei komme es darauf an, mit den speziellen Fähigkeiten des Bundesheeres Unterstützung zu leisten, sagt der Militärkommandant von Niederösterreich Rudolf Striedinger. „Die ABC Abwehrtruppe ist in der Lage das Austreten von chemischen Substanzen beispielsweise zu erkennen und auch damit entsprechend umzugehen. Wir sind mit den Pionieren in der Lage Wege wieder in Stand zu setzen, Brücken zu bauen, etc.“

Die Feuerwehr leistete im Hochwasser schon viele Einsatzstunden. Man sei aber auch für diesen Fall vorbereitet, sagt Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. „Wir müssen für den Katastrophenschutz in allen Bereichen trainiert sein, das haben wir auch in den letzten Jahren bewiesen.“

Auch die Landespolizeidirektion schickte Teilnehmer zur Übung, um den Ernstfall zu proben. „Wir müssen uns in der Übung damit auseinandersetzen, sonst können wir uns dem tatsächlichen Einsatz nicht nähern. Das gilt in allen Bereichen der Polizeiarbeit, aber insbesondere auch für den Teil des Katastrophenschutzes“, so Landespolizeidirektorstellvertreter Franz Popp.

Der für Katastrophenschutz zuständige Landesrat Stephan Pernkopf am Mittwoch bei der Pressekonferenz vor Beginn der Übung: „Es gehe darum, alle Kräfte zu bündeln und es komme darauf an alle Organisationen zu koordinieren. Das ist heute nicht nur eine Übungsannahme, das ist auch im Realitätsfall so, zum Beispiel bei einer Hochwasserkatastrohe. Auch hier versammeln wir alle Organisationen die man braucht, das sind so 20 bis 30 an einem Tisch, in einem Raum, der sogenannte Landesführungsstab und da werden sofort 1:1 alle Informationen ausgetauscht. Man kann mit einer Stimme nach außen sprechen um die Bevölkerung zu informieren.“

Die Katastrophenschutzübung ist mit 800 Teilnehmern die größte Niederösterreichs

Der Präsident des Samariterbundes Niederösterreichs Abg. z. NR Otto Pendl zeigte sich durchaus zufrieden mit der Leistung „seiner“ Samariterinnen und Samariter! „Es ist gut zu wissen, dass die Einsatzkräfte des Samariterbundes im Katastrophenfall gut vorbereitet und optimal aufgestellt sind! Die Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen, mit dem Österreichischen Bundesheer und den Behörden ist bei uns im Alltag in vielen Bereichen gelebte Realität – eine Selbstverständlichkeit, die gut funktioniert! Bei außergewöhnlichen Ereignissen, wie eben ein Erdbeben darstellen kann, eine neue und besondere Herausforderung – obwohl das heutige Szenario auch wieder Erinnerungen an die Gasexplosion in Wilhelmsburg hervorruft“, so Präsident Pendl abschließend.

 

Fotos:

ASBÖ LV NÖ

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