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„ObdachLOS“ – Kein leichtes Spiel

Der Samariterbund Wien hat gemeinsam mit Piatnik und mit freundlicher Unterstützung der Erste Bank das Brettspiel „Obdach-LOS!“ herausgebracht, das auf die problematische Situation obdachloser Menschen aufmerksam macht.


Die SpielerInnen schlüpfen in die Rolle von wohnungslosen Menschen und versuchen, sich Hilfe in den verschiedenen angebotenen Einrichtungen zu holen. Beginnend mit niederschwelligen, unbürokratischen Einrichtungen wie den Nächtigerquartieren, vorbei an Übergangswohnungen bis hin zu sozial betreuten Wohnformen führt die Reise der SpielerInnen. Auch medizinische Angebote, Kleiderausgabestellen und Beratungszentren werden dargestellt. Die im Spiel angeführten Hilfsorganisationen stellen nur eine Auswahl des gesamten Angebotes der Wiener Wohnungslosenhilfe (Fonds Soziales Wien) dar.

 

Allein der Gedanke an Armut erzeugt Angst – daher wird die Thematik meist verdrängt. „Aus diesem Grund war es uns sehr wichtig einen Zugang zu finden, der die bestehenden Hemmschwellen abbaut. Was ist besser dafür geeignet als die Welt des Spiels“, erklärt Oliver Löhlein, Landesgeschäftsführer des Samariterbund Wiens.

 

Präsentiert wurde „ObdachLOS“ in der Wiener Spielebox (8., Albertgasse 35), wo man sich das Spiel auch ausleihen kann. Die Kabarettistin Andrea Händler und der Autor Ernst Hinterberger spielten gemeinsam mit zwei Betroffenen das Brettspiel.

 

 

Spielablauf kurz erklärt

 

Das Spiel ist schnell erklärt: Die SpielerInnen schlüpfen in die Rolle von Obdachlosen und versuchen, sich Hilfe in den verschiedenen angebotenen Einrichtungen zu holen. Dabei durchlaufen sie immer wieder die 24 Felder umfassende Spielstrecke und kreisen so Tag für Tag, bis es ein Spieler schafft, sich Hilfe von allen sechs Bereichen zu holen. Notgroschen und eine Glücksfee helfen, die verschiedenen Aufgaben rasch zu meistern.

 

 

„ObdachLOS!“ ist ab sofort zum Preis von 18 Euro im ASB-Shop (http://www.samariterbund.net/oesterreich/shop) erhältlich. Telefonisch unter +43 1 89145-127 zu bestellen.

 

Das Brettspiel ist für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren. Der Reinerlös aus dem Spieleverkauf kommt den Betroffenen zugute.

 

 

Samariterbund betreibt Nächtigerquartiere

 

Der Samariterbund betreibt in Wien zwei Nächtigerquartiere (Haus Otto und R2) mit insgesamt 120 Betten. Mehr als 36.000 Übernachtungen jährlich zeigen, dass nicht nur der Bedarf dafür vorhanden ist, sondern das Angebot auch angenommen wird. Wohnungslose Menschen können sich zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr früh in den Einrichtungen vom Stress des Lebens auf der Straße erholen, duschen und ausschlafen. Neben der Option auf Krisenintervention gibt es auch die Möglichkeit, Wertgegenstände bzw. Dokumente sicher zu deponieren. Ein Klima des Angenommenseins und ein respektvoller Umgang können den ersten Schritt in ein neues Leben ermöglichen.