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Pflege: Die Herausforderungen in der Praxis

Geschäftsführerin DGKS Roswitha Schimböck verwies in der Samariterbund-Pressekonferenz am Montag in Wien vor allem auf die problematischen Rahmenbedingungen der Arbeit von BetreuerInnen und PflegerInnen.


Vor allem im mobilen Pflege-Bereich herrschen erschwerte Arbeitsbedingungen: Unregelmäßige Arbeitszeiten, „zerrissene“ Arbeitstage, hohe Verantwortlichkeit der einzelnen Mitarbeiterin bzw. des einzelnen Mitarbeiters, hohe psychische und physische Belastungen, erschwerte bis unmögliche Teambesprechungen und vieles mehr. Nicht zuletzt führen alle diese Faktoren zu einer hohen „Drop-out-Rate“ in diesem Berufssektor, so Schimböck: „Viele MitarbeiterInnen halten den permanenten Druck langfristig einfach nicht aus.“ Erhöhte Verantwortlichkeit liegt natürlich auf den „primary nurses“, jenen MitarbeiterInnen, die leitende Funktionen innehaben und die Einsätze koordinieren müssen. Dazu kommt ein Imageproblem in der öffentlichen Wahrnehmung: Viele Ausbildungsgänge und innovative Projekte sind auf den Bereich stationäre Pflege ausgerichtet. Wobei der Ausbildung wesentliche Bedeutung zukommt – gerade pflegebedürftige Menschen brauchen hoch qualifizierte MitarbeiterInnen.

 

Die Bedeutung der mobilen Betreuungs- und Pflegedienstleistungen lässt sich an folgenden Zahlen ermessen: Insgesamt leben von den geschätzten 550.000 unterstützungs- und pflegebedürftigen Menschen in Österreich etwa 100.000 in Wien. 80% davon zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung und 20% in entsprechenden Betreuungseinrichtungen.

 

Allgemein ist zu sagen, dass in Wien für die Unterstützung und Pflege älterer und hilfebedürftiger Menschen deutlich mehr getan wird als in anderen Bundesländern. So sind in Wien rund 15.000 Menschen in Pflegeberufen tätig, Wien stellt rund 600 Mill. Euro jährlich für den Bereich zur Verfügung. Im Durchschnitt arbeitet ein Drittel aller in ambulanten sozialen Diensten in Österreich Beschäftigten in Wien. Dazu kommt eine Vielzahl an geriatrischen Tageszentren sowie über 17.000 SeniorInnen- und Pflegeheimplätze.

 

 

Rückfragehinweis:

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs Bundesverband

Erika Bettstein

1150 Wien, Hollergasse 2-6

Tel.: 89 145-186

erika.bettstein@samariterbund.net