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Rettung per Drohne nach Eiseinbruch!


Rettung per Drohne nach Eiseinbruch!

Die Zeller Wasserrettung blickt gemeinsam mit der IONICA und INFINEON in die Zukunft und zeigt am gefrorenen Zeller See die erste Rettung bei einem Eiseinbruch mittels Drohne.

Rettungstechniken und -mittel müssen ständig weiterentwickelt werden, um die Einsätze für Verunfallte möglichst schnell und schonend, für die Rettungsschwimmer möglichst sicher ablaufen zu lassen. Eisrettung bedeutet nämlich immer die Gefahr für die Retter, selbst einzubrechen. Außerdem ist eine Rettung am Eis mannschaftsintensiv und benötigt bei längeren zu überwindenden Distanzen am Eis auch Zeit.

„Es ist wahrscheinlich noch nicht die Einsatztechnik von morgen, aber vielleicht von übermorgen“, ist Andreas Hutter, Zeller Wasserretter und technischer Leiter überzeugt. „Noch müssen hier viele Fragen, technischer und rechtlicher Natur, geklärt werden!“

Am Zeller See wurde nun in einer Übung der Samariterbund Wasserrettung in Zusammenarbeit mit der IONICA und INFINEON der erste Versuch gestartet, eine Rettung per Drohne durchzuführen. Ein Wasserretter sprang ins kalte Wasser, um den „Verunfallten“ zu spielen. Die Drohne brachte das Rettungsmittel zum Verunfallten und brachte diesen wieder sicher ans Ufer zurück.

„Vor allem wenn ein Eiseinbruch nicht in Ufernähe stattfindet und die Einsatzkräfte sich erst über eine längere Strecke an den Verunfallten heranarbeiten müssen, kann es eine Lösung sein, das Ersteinsatzmittel per Lufttransport einfliegen zu lassen!“ so Kling Michael, Ausbildungsleiter der Zeller Rettungsschwimmer und weiter: „das Rettungsmittel „Drohne“ kann so als Erstversuch sicher die Zeit überbrücken, bis Einsatzkräfte vor Ort sein können. Es wird die Einsatzkraft aber nicht ersetzen können, diese muss nach wie vor helfen, wenn der Verunfallte selbst nicht mehr dazu in der Lage ist!“

Bis zu einem Realeinsatz wird wahrscheinlich noch einiges an Zeit vergehen. Aber man muss immer etwas nach vorne schauen und darf sich möglichen Techniken und Einsatzmitteln der Zukunft nicht verschließen, ohne sich rein auf Technik und Maschinen zu verlassen. Eine Drohne hat mehrere Vorteile. Zum einen ist sie als Rettungsmittel sicher billiger als ein Hubschraubereinsatz und weiters aufgrund der niedrigen Flughöhe auch bei „schlechter Sicht“ einsetzbar. Dies bietet vielleicht auch Möglichkeiten in der Ausbildung für die Rettung aus der Luft. Es ist auch vorstellbar, dass eine Drohne die Sicherung für die Einsatzkräfte übernimmt, indem man die Wasserrettung mittels Seil nach oben sichert. So erspart man sich Leinensicherungen über lange Strecken und ein schnelleres Vorgehen am Eis wäre möglich. Würde man einbrechen, so könnten Einsatzkräfte schnell wieder in Sicherheit gebracht werden.

Die Zeller Samariter sind bekannt dafür, dass sie „über den Tellerrand“ blicken und bewährte Rettungstechniken beherrschen, aber diese auch weiterentwickeln und das Wissen und die Erfahrungen aus den Einsätzen und Übungen auch weitergeben. Die IONICA fungiert als Vordenker, um sinnvolle Einsatzmöglichkeiten der Mobilität von morgen aufzuzeigen und auf den Prüfstand zu stellen. So ist in Kooperation die Idee entstanden, eine Wasserrettung per Drohne zu versuchen. Bereits in den späten 1980er Jahren flogen die Zeller Wasserretter Seilbergungen per Hubschrauber aus dem Gewässer, damals auch als „Showprogramm“ für die Seefeste. Im Jahr 2016 trainierten die Zeller Einsatzkräfte dann Soldaten des Jagdkommandos des ÖBH. Ziel war das erste Riggingverfahren in Österreich zur Aufnahme von Elitesoldaten aus dem Wasser mittels Black Hawk durchzuführen. Der Versuch am Zeller See war erfolgreich und die Zeller Wasserretter wurden unter anderem auch dafür vom Bundesminister für Landesverteidigung letztes Jahr in Innsbruck geehrt. Nun haben die Samariterbund Wasserretter gemeinsam mit der IONICA und INFINEON wahrscheinlich zum allerersten Mal überhaupt gezeigt, dass es irgendwann auch möglich sein wird, mit Drohnen Personen nach Eiseinbrüchen zu retten.