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Rückenwind für Anliegen der ÖAMTC-Flugretter

Der bodengebundene Rettungsdienst – zum Großteil von Hilfsorganisationen wie dem Samariterbund durchgeführt – ist das Herzstück der notfall- und rettungsmedizinischen Versorgung in Österreich. Die Luftrettung stellt jedoch eine wichtige Erweiterung und Ergänzung der Möglichkeiten dar.


"Die Einsätze der Luftrettung sind notwendig und oft eine lebensrettende Ergänzung zu den Versorgungsmöglichkeiten am Boden", betont ASBÖ-Bundessekretär Reinhard Hundsmüller. "Nur wenn Witterung, Dunkelheit oder räumliche Enge einen Abtransport mit dem Hubschrauber unmöglich machen, müssen Unfallopfer auch nach schweren Zwischenfällen am Boden bleiben."

 

Die finanzielle Misere der Notarzthubschrauberstaffel des ÖAMTC schlägt leider in dieselbe Kerbe wie die aktuelle Situation der bodengebundenen Rettungsorganisationen: "Die öffentliche Hand entzieht sich in den letzten Jahren zunehmend ihrer Verantwortung", bedauert Hundsmüller. "Durch den Umstand, dass Leistungen der Rettungsdienste schon lange nicht mehr kostendeckend abgerechnet werden, sind die anerkannt hohe Qualität und Verfügbarkeit der Leistungen im österreichischen Rettungswesen ernsthaft in Gefahr."

 

Dabei sind die gesetzlichen Grundlagen unmissverständlich festgelegt: Das Hilfs- und Rettungswesen ist im Bundesverfassungsgesetz verankert und fällt ausdrücklich in den Kompetenzbereich der Länder und Gemeinden. Diese haben dafür zu sorgen, dass ein auf materieller und personeller Ebene ausreichender Rettungsdienst eingerichtet, erhalten und finanziert wird. In Österreich ist es die Regel, dass nach Verhandlung entsprechender Tarife diese Aufgaben an einen Partner auslagert werden: Um Geld zu sparen, beauftragt die öffentliche Hand zu vergleichsweise geringen Kosten freiwillige Hilfsorganisationen mit der Durchführung.

 

"Wenn diese Leistungen nicht mehr adäquat entlohnt werden, wird dieses System auf Kosten der Organisationen – und damit auch der Bevölkerung – ad absurdum geführt", bedauert ASBÖ-Bundessekretär Hundsmüller. "Den Rettungsdiensten wird unweigerlich die finanzielle Basis für ihre Arbeit im Dienste der Gesellschaft entzogen. Ich möchte die Frage in den Raum stellen, ob dies wirklich so gewünscht ist oder ob man hier am falschen Platz spart und dadurch Konsequenzen in Kauf nimmt, deren Tragweite von den Verantwortlichen nicht wirklich in vollem Umfang bedacht worden ist."

 

Um nicht abgegoltene Einsatzkosten zu decken, ist der Samariterbund – so wie alle freiwilligen Rettungsorganisationen – gezwungen, auf eigene Spendenmittel zurückzugreifen. "Für anfallende Kosten, die der Staat nicht ausreichend abdeckt, wird somit auf Umwegen wieder die Bevölkerung zur Kasse gebeten", bedauert Hundsmüller.

 

Rückfragehinweis:

Martina Vitek

Öffentlichkeitsarbeit Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs

Tel.: 0664/3582386

martina.vitek@samariterbund.net