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Samariter auf vier Pfoten retten Leben

Der Samariterbund feierte den Internationalen Tag des Rettungshundes am 30. April 2017


Große Aufregung im Kärntner Altenwohn- und Pflegeheim in Lind ob Velden Ende März: Beim Mittagessen wurde ein alter demenzkranker Hausbewohner vermisst. Die Heimleitung meldete den Vorfall der Polizei und alarmierte die Rettungshundestaffel des Kärntner Samariterbundes. 18 Hundeführer und ihre vierbeinigen Samariter machten sich auf die Suche, und schon bald konnte Entwarnung gegeben werden: Die Hundeführer Edith Nessmann und Franz Blatnik mit der Hündin Bella von Tordaszigeti und dem Rüden Dario von Tordaszigeti durchstreiften den Dueler Wald und fanden in der Abenddämmerung den verwirrten Mann am Boden liegend, aber unverletzt. Nach der Erstversorgung wurde er ins Heim zurückgebracht. Mission erfolgreich abgeschlossen.

„Die Samariterbund-Hundestaffeln sind für uns eine wichtige Stütze und helfen immer wieder dabei, Leben zu retten", erklärt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, anlässlich des Internationalen Tages des Rettungshundes am Sonntag, dem 30. April 2017. „Die meisten Hundeführer sind ehrenamtlich bei uns tätig und durchlaufen mit ihren Hunden regelmäßig eine umfassende professionelle Ausbildung.“ 32 Teams (bestehend aus Hundeführer plus Hund) sind 365 Tage im Jahr österreichweit in acht Rettungshundestaffeln des Samariterbundes einsatzbereit – in Wien, Niederösterreich, Kärnten, Tirol, der Steiermark und dem Burgenland. Um internationale Qualitätsstandards zu gewährleisten, gehören regelmäßige Schulungen zur Routine. Im Schnitt dauert die Ausbildung eines Hundes ungefähr zwei Jahre. Mindestens zwei Mal pro Woche wird trainiert. Die Ausbildung der Hundeführerinnen und Hundeführer beinhaltet auch Erste-Hilfe-Kurse, Kompass- und Kartenkunde sowie Schulung an den Funkgeräten. Die Rettungshunde sind bei der Suche nach vermissten und verschütteten Personen der Technik oftmals überlegen und können mit wenig Personal ein großes Gebiet in kurzer Zeit absuchen. Geschulte Hundenasen nehmen Moleküle in freier Natur auf weiten Strecken und in geringen Mengen wahr. So können z. B. beim so genannten „Mantrailing“ die Duftmoleküle einer Person aufgespürt werden.

Die Therapie-Begleithunde des Samariterbundes haben andere Aufgaben zu erfüllen und rücken in Wien ungefähr 100 Mal pro Jahr aus. Ältere Leute, Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder erkrankte Personen profitieren vom Kontakt mit den freundlichen Tieren. Auch für Kinder, die vielleicht noch nie einen Hund gestreichelt haben, ist so eine Begegnung eine außergewöhnliche Freude.

„Die Hundestaffeln haben wegen ihres hohen Images auch eine repräsentative Funktion“, sagt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. „Die Samariter auf vier Pfoten und die Hundeführer stellen sich bei den unterschiedlichsten Events in den Dienst der Öffentlichkeitsarbeit und erobern als Botschafter des Samariterbundes die Herzen der Menschen.“ Einen Gratis-Folder zum Download sowie weitere Informationen über die Samariterbund-Rettungshunde findet man unter: www.samariterbund.net/rettungsdienst/rettungshunde