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Samariter-Innovationen für den Katastrophenschutz

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs präsentierte sein Management-System für Notunterkünfte EURETS und beteiligt sich an der Entwicklung eines europäischen Flugevakuierungsteams.


EURETS (European Emergency Temporary Shelter Management System) ist seit 1. Juli 2010 einsatzbereit – ein weiteres Puzzlestück im Katastrophenschutz der Europäischen Union. Die Idee hinter EURETS ist so einfach wie innovativ: Ein gut ausgebildetes Team ist nach einer Katastrophe innerhalb von zwölf Stunden einsatzbereit und macht sich mit der notwendigsten Ausrüstung auf ins Schadensgebiet. Die Aufgabe des Teams ist es, Notunterkünfte für bis zu 240 Personen aufzubauen und in der ersten Phase zu leiten. Dabei verfügt das EURETS-Team weder über eigene Zelte, noch Sanitäranlagen, noch Küchen. Josef Riener, Leiter der Abteilung Einsatz des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, erklärt: „Wir kaufen die notwendigen Anlagen ganz bewusst entweder vor Ort ein oder beziehen sie aus vorhandenen Beständen der EU-Mitgliedstaaten. Wir konzentrieren uns auf das professionelle Management der vorhandenen Ressourcen.“ Nach spätestens vier Wochen zieht das Team wieder ab. Bis dahin sind die Notunterkünfte voll ausgestattet und örtliche Vertreter von Behörden oder Organisationen wurden so umfassend eingeschult, dass sie die Leitung der Einheit selbst übernehmen können. Das EURETS-Team hat seinen Einsatz abgeschlossen – und ist für den nächsten bereit.

 

Das EURETS Management System wurde im Rahmen des EU-Projekts „Preparatory Action 2009“ entwickelt – mit einem Projektvolumen von 380.000 Euro. Träger des Anfang 2010 entwickelten Systems ist der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, in Zusammenarbeit mit dem Samariterbund der Slowakischen Republik (ASSR), dem Amt der Steiermärkischen Landesregierung und der Johanniter-Unfall-Hilfe Deutschlands. Die Entwicklungsphase ist seit 1. Juli 2010 abgeschlossen, am 2. Juli wurde das Projekt in Trumau groß präsentiert. Nun beginnen die Ausbildungskurse für Camp Manager. Seit 1. Juli 2010 ist EURETS auch im CECIS, dem Zivilschutz-Kommunikationssystem der EU, angemeldet.

 

Die gleichen Kooperationspartner entwickeln derzeit ein weiteres EU-Projekt, EURAMET (European Aerial Medical Evacuation Team), unter der Leitung der Johanniter-Unfall-Hilfe Deutschlands. In diesem Rahmen wird ein multinationales Expertenteam für die Evakuierung verletzter Europäer aus Katastrophengebieten entstehen. Das 14-köpfige Team aus Notärzten, Sanitätern, Logistikern und psychologisch geschulten Betreuungspersonen wird auf die Evakuierung von leicht- und mittelschwer verletzten Personen spezialisiert sein. Das EURAMET-Team wird innerhalb von zwölf Stunden einsatzbereit sein und mindestens 96 Stunden autark vorgehen können. Im März fand in Hamburg ein erster Workshop mit 30 Expertinnen und Experten aus sieben europäischen Ländern statt, bei dem Josef Riener den ASBÖ vertrat.