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Samariterbund betreibt Sozialmarkt

Auch Wien blieb von dieser Entwicklung nicht verschont. Größere Anschaffungen wie Waschmaschine oder Staubsauger oder die Reparatur einer kaputten Therme sind für manche Familien kaum mehr finanzierbar. Auch Einkäufe des täglichen Lebens müssen wohlüberlegt sein.


„Wir erleben, noch verstärkt durch die Wirtschaftskrise, wie schnell ganze Familien in die Armut schlittern. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Idee des Sozialmarktes aufzugreifen und schnell ein entsprechendes Angebot zu schaffen“, erklärt Dr. Siegfried Sellitsch, Präsident des Samariterbundes Wien bei der Eröffnung des ersten Sozialmarktes in Floridsdorf. In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Supermarktes in der Frömmlgasse 31 wurde am 1. Juli der erste Samariterbund-Sozialmarkt eröffnet.

Die Verkaufsfläche des Marktes beträgt etwa 200 Quadratmeter. Angeboten wird ein breites Supermarkt-Sortiment, von frischen Lebensmitteln über Konserven bis hin zu Hygieneartikeln. Die Preise für diese Produkte liegen im Sozialmarkt deutlich unter jenen des Diskonthandels, da sie von Handel, Industrie und Landwirtschaft gespendet werden. So wird das Haushaltsbudget armutsgefährdeter Menschen etwas entlastet.

 

Viele Maßnahmen nötig, um Menschen zu helfen

Prof. Harry Kopietz, Erster Präsident des Wiener Landtags, betonte, dass derzeit in Wien versucht wird, Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenslage befinden, rasch zu helfen. „Nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung wird es uns gelingen, dass die Wienerinnen und Wiener die Krise nicht so stark zu spüren bekommen. Allein das Sozialbudget wurde heuer um 20 Prozent erhöht.“

Der Floridsdorfer Bezirksvorsteher Ing. Heinz Lehner hat von Anfang an dieses Projekt unterstützt: „Von AlleinerzieherInnen, Familien mit mehreren Kindern, aber auch von arbeitslosen Menschen bekomme ich zu hören, dass das vorhandene Geld sehr knapp ist. Jede noch so kleine Ausgabe muss wohl überlegt sein. Ich bin froh, dass wir im Bezirk jetzt dieses Angebot haben.“

Der Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs Franz Schnabl hob bei der Eröffnung hervor, dass der Samariterbund mittlerweile ein breites Angebot im Sozialbereich hat. „Wir unterstützen mit der ‚Stiftung fürs Leben‘ Familien, die für ihre Kinder medizinische Leistungen nicht mehr finanzieren können. Wir bieten obdachlosen Menschen Unterkünfte an und bauen auch die Pflegeleistungen stark aus.“

Wer kann im Sozialmarkt einkaufen?

 

Wer im Sozialmarkt einkaufen will, darf ein bestimmtes Einkommen nicht überschreiten. Für Alleinstehende liegt dieses bei 893 Euro, bei zwei Personen bei 1.340 Euro, pro Kind können 270 Euro hinzugerechnet werden. Besitzer eines SOMA-Einkaufspasses können pro Woche um 30 Euro einkaufen. Für jedes Familienmitglied, das im Einkaufspass eingetragen ist, kommen weitere fünf Euro dazu.

Hunderte WienerInnen kamen zu der Eröffnung, innerhalb von zwei Stunden wurden über 200 Einkaufsberechtigungen ausgestellt. Musikalisch wurde die Eröffnung von der Wiener Newcomer-Band

„Minze“ begleitet, Sieger der gotv-Band-Competition.

 

Adresse des Sozialmarktes: Frömmlgasse 31, 1210 Wien

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr