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Samariterbund: Nach Herzstillstand schnell eingreifen

Erste-Hilfe-Kurzfilme und App motivieren zum Helfen


Anlässlich des Weltherztages am 29. September 2013 ruft der Samariterbund dazu auf, bei einem Herzstillstand rasch Erste Hilfe zu leisten. Laut Statistik Austria sind Herz-Kreislauferkrankungen mit Abstand die häufigste Todesursache Österreichs. 43 Prozent aller Todesfälle waren im Jahr 2010 auf solche Erkrankungen zurückzuführen. Im Schnitt sterben damit in jeder Stunde fast vier Menschen in Österreich den Herztod.

Viele dieser Todesfälle könnten verhindert werden, wenn nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand sofort Erste Hilfe geleistet werden würde. „Wenn ein Ersthelfer schnell eingreift und sofort reanimiert, steigt die Überlebenschance des Patienten um das Drei- bis Vierfache. Umgekehrt sinkt mit jeder Minute ohne Reanimation nach dem Herzstillstand die Überlebenschance um rund zehn Prozent“, zitiert Jürgen Grassl, Bundesschulungsleiter des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, eine US-Studie.

„Deswegen ist es enorm wichtig, dass so viele Menschen wie möglich die einfachen Handgriffe einer Herz-Lungen-Reanimation beherrschen. Wenn das Herz stillsteht, dann ist die Person neben dem Patienten das wichtigste Glied der Rettungskette“, ergänzt Grassl.

Dennoch liegt bei 58 Prozent aller Österreicher der letzte Erste-Hilfe-Kurs fünf Jahre oder länger zurück, so eine vom Samariterbund in Auftrag gegebenen Karmasin-Studie. Bei mehr als einem Viertel der Befragten war der letzte Kurs sogar über zehn Jahre her.  „Es zeigt sich immer wieder: Wer nach so langer Zeit gefordert wäre, Erste Hilfe zu leisten, der ist verunsichert und hat Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist das einzige, was man falsch machen kann, nicht zu helfen“, erinnert Jürgen Grassl.

Der Samariterbund steuert diesem bedauerlichen Trend mit verstärkter Kommunikation entgegen. So haben die Samariter auf ihrer Website www.samariterbund.net und ihrem YouTube-Channel sechs Erste-Hilfe-Videos veröffentlich, in denen die wichtigsten Maßnahmen bei den häufigsten Notfällen anschaulich dargestellt werden – darunter auch Herzinfarkt und Reanimation nach Herz-Kreislauf-Stillstand. Die kostenlose App „Samariterbund Österreich“ für iOS- und Android-Smartphones zeigt ebenfalls Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Wort und Bild. Zudem wird auf Knopfdruck der nächste öffentlich zugängliche Defibrillator auf einer Umgebungskarte angezeigt.

„Weder Filme noch Apps können die praktischen Übungen in einem guten Erste-Hilfe-Kurs ersetzen. Sie sollen aber den Menschen ins Bewusstsein rufen, wie einfach es ist, ein Leben zu retten. Und sie motivieren, bei einem Notfall selbstsicher einzugreifen, statt tatenlos zuzuschauen“, so ASBÖ-Schulungsleiter Jürgen Grassl abschließend.