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Samariterbund Niederösterreich: „Arztvisite2020“ für Corona-Patienten mit Samariterbund gestartet

Das Land NÖ startete mit Gesundheitsträgern und Rettungsorganisationen die neue Initiative für die ärztliche Versorgung von Corona-Patienten zuhause!


Am 8. April 2020 startete das Projekt „Arztvisite2020“, das vom Land Niederösterreich und der Österreichischen Gesundheitskasse finanziert wird. Notruf Niederösterreich dient hierbei als Drehscheibe und führt die neue Visite mit Hilfe des Samariterbundes und des Roten Kreuzes sowie ausgewählten Ärzten durch. 

„Der ärztliche Visitendienst ist eine notwendige und sinnvolle Ergänzung aller bisherigen Maßnahmen in der Covid-19 Krise“, so der Präsident des Samariterbundes Niederösterreich, Otto Pendl und weiter: „Gemeinsam mit den Ärzten können wir so die Betreuung und Versorgung von Patienten, die sich in Heim-Quarantäne befinden, gewährleisten.“

„Aufgrund unserer Tätigkeiten und Erfahrungen beim NÖ Ärztedienst 141 und anderen ähnlichen Systemen, war es sehr rasch ohne viel Aufwand möglich, die technische Umsetzung des Corona-Visitendienstes durchzuführen. Dienstplansystem, Disposition, Dokumentation und Abrechnungsprogramm wurde von uns in kürzester Zeit für dieses neue Versorgungsprojekt adaptiert und bereitgestellt“, so Notruf-Chef Christof Chwojka.

So funktioniert der Visitendienst: Dr. Johanna Pöcksteiner ist eine dieser Ärztinnen, welche die Visite bei Corona-Patienten durchführt. „Dieser Visitendienst besucht an Covid19 erkrankten Personen zu Hause, wenn sie nicht so schwer erkrankt sind, dass sie ins Krankenhaus müssen, aber dennoch eine ärztliche Versorgung benötigen“, so die Allgemeinmedizinerin, die derzeit in Karenz ist und tageweise den Dienst verrichtet. 

Stationiert ist die Ärztin auf der Dienststelle des Samariterbundes Altlengbach, von wo sie mit einem Notfall Krankentransportwagen die Patienten besucht. Diesen lenken ehrenamtliche Sanitäter, wie Patrick Mang. Er unterstützt zwar die Ärztin, zu den Patienten geht diese allerdings alleine in die Wohnung. „Um hier sicher zu gehen, verwende ich bei der Visite eine Schutzausrüstung. Diese besteht aus einem Schutzoveral, einer Schutzbrille, einer Schutzmaske, sowie Schutzhandschuhen und einen Schutz für die Schuhe“, so die Ärztin. „Diese Ausrüstung wird vor dem Betreten der Wohnung der Patienten vorschriftsmäßig angelegt und anschließend wieder ausgezogen und fachgerecht entsorgt“, so Dr. Pöcksteiner.

Diese zusätzliche Betreuung für Corona-Patienten ist mit Jahresende 2020 befristet und wird bedarfsorientiert ausgerollt. Bei Bedarf kann der Service in jedem der 20 Bezirke und der vier Statutarstädte ausgebaut werden.