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Samariterbund-Präsident Franz Schnabl: „Gelebte Solidarität in der Gesellschaft!“

Samariterbund bedankt sich am „Internationalen Tag des Ehrenamtes“ bei Freiwilligen


In Österreich hat das ehrenamtliche Engagement einen hohen Stellenwert: Fast die Hälfte der Bevölkerung arbeitet regelmäßig in Organisationen, Vereinen und bei sozialen Projekten mit. Laut Sozialministerium sind sie jährlich bis zu 30 Tage im Einsatz. Ohne diese Frauen und Männer müssten viele wichtige gesellschaftliche Bereiche ohne Betreuung auskommen. In Österreich sind rund 3,3 Millionen Menschen in circa 120.000 heimischen Vereinen tätig und arbeiten dabei ohne Entgelt ziemlich genau 720 Millionen Stunden pro Jahr. Laut einer Berechnung der FH Salzburg entspricht das der Leistung von 400.000 Vollzeitbeschäftigten und würde Lohnkosten von ungefähr 16 Milliarden Euro verursachen.

„Auch beim Samariterbund hat das Ehrenamt einen sehr großen Stellenwert – in der Pflege, beim Rettungsdienst, in der Flüchtlings- und Wohnungslosenbetreuung, in der Katastrophenhilfe oder bei organisatorischen Aufgaben und sogar im Eventmanagement. In enger Kooperation mit dem hauptamtlichen Personal sind sie eine wichtige Stütze bei sämtlichen Tätigkeiten“, sagt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Samariterbundes. „Ohne die 7.200 ehrenamtlichen Samariterinnen und Samariter österreichweit wäre unsere Arbeit undenkbar. Freiwillige sind eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Wir sind dankbar für jede helfende Hand!“ Um dieses freiwillige Engagement global zu würdigen, feiert die UNO seit 1985 jeden 5. Dezember als „Internationalen Tag des Ehrenamtes“.

Als Vertreter der zweitgrößten Rettungs- und Gesundheitsorganisation stellt Hundsmüller die Forderung auf, dass künftig alle Ehrenamtlichen in Österreich bei allen Organisationen und Projekten im Bereich der Haftplicht- und Unfallversicherung einen möglichst umfangreichen Versicherungsschutz genießen: „Das ist ein absolutes Muss: Denn die Ehrenamtlichen schenken uns neben ihrem höchsten Gut, der Gesundheit, auch ihre Zeit. Organisationen haben daher die Pflicht, ihre ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschützen. Das wird seit Jahren beim Samariterbund so umgesetzt", so Reinhard Hundsmüller.

Wie eine österreichische Studie zeigt, ist in den Bereichen Katastrophenhilfe, Kultur, Religion und Politik die Zahl der Freiwilligen etwas rückläufig, während in den Bereichen Umwelt, Soziales, Bildung, Sport und Gemeinwesen relativ starke Zuwächse zu verzeichnen sind. Die 50-bis 69-Jährigen sind generell am aktivsten. In dieser Altersgruppe sind es etwa 53 bis 55 Prozent, die Ehrenämter übernehmen. Im Vergleich zur letzten Untersuchung im Jahr 2006 gibt es hier eine Steigerung um etwa neun Prozent. Die Beteiligungsquote der 15-bis 29-Jährigen blieb etwa konstant. Doch bei den 30- bis 39-Jährigen engagierten sich etwa fünf Prozent weniger, bei den 40- bis 49-Jährigen etwa vier Prozent weniger.

„Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, unter der Woche oder an Feiertagen – wir sind dort, wo Menschen in Not uns brauchen“, ergänzt Samariterbund-Präsident Franz Schnabl. „Der Mehrwert für die Ehrenamtlichen ist das Wissen, dass man sinnvoll geholfen hat. Ein Dankeschön, ein schüchternes Lächeln oder auch eine herzliche Umarmung sind der Lohn für gelebte Übernahme von Verantwortung. Untersuchungen der OECD belegen, dass ehrenamtlich tätige Menschen eine ausgeglichene Gefühlsbilanz haben und eine höhere Zufriedenheit haben als andere. Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen und Gutes zu tun. Das Ehrenamt ist ein essenzieller Grundpfeiler in unserem Alltag und steht für gelebte Solidarität in der Gesellschaft“, so Franz Schnabl.