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Samariterbund-Präsident Schnabl fordert zweckgebundene Pflegegeld-Erhöhung

Im Zuge der Pflegepersonal-Diskussion erhebt der Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, Franz Schnabl, die Forderung nach rascher Erhöhung des Pflegegeldes: „Das Pflegegeld muss endlich der tatsächlichen Kostenentwicklung angepasst werden“, erklärt Schnabl. Ein Teil davon – etwa in Höhe von bis zu 40 Prozent – müsse allerdings zweckgebunden werden: „Ein erhöhtes Pflegegeld muss mit der Verpflichtung verbunden sein, qualifizierte Pflege-Dienstleistungen auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen.“


Das derzeitige Pflegegeld decke nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Aufwandes ab. „Es geht um soziale Gerechtigkeit: Pflegebedürftige Menschen, die zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollen, müssen sich die notwendige Pflege auch leisten können“, so Schnabl. Private Pflegevorsorge-Produkte – wie sie etwa von Versicherungen angeboten werden – sind laut Schnabl eine Ergänzung, aber keine Lösung: „Pflege darf keine Frage des Geldes sein. Unabhängig von der individuellen Einkommens- und Vermögenssituation haben alle Menschen ein Anrecht auf entsprechende Pflege. Sonst droht eine Entwicklung zur ,Zwei-Klassen-Pflege’, bei der sozial schwächer gestellte Menschen benachteiligt werden.“

 

Mit der Zweckbindung will der Samariterbund-Präsident eine qualifizierte Versorgung sichergestellt wissen: „Wenn ein bereits qualifiziertes Familienmitglied dazu bereit ist, die pflegebedürftige Großmutter zu versorgen, dann fällt diese Zweckbindung natürlich aus“, erklärt Schnabl: „Andernfalls ist ausgebildetes Pflegepersonal heranzuziehen.“ Nur so könne die Einhaltung von Qualitätskriterien in der Pflege gewährleistet werden.

 

Zur Vermeidung von Engpässen an qualifiziertem Pflegepersonal schlägt Schnabl Sonderquoten zur Beschäftigung ausländischer ArbeitnehmerInnen vor: „Zugunsten der Qualitätssicherung hat dabei allerdings der Gleichheitsgrundsatz zu gelten: Um unter eine derartige Quotenregelung fallen zu können, müssten ausländische PflegerInnen die gleichen anerkannten Qualifikationsnachweise vorlegen, wie diese für inländisches Pflegepersonal obligatorisch sind.“

 

Angesichts demografischer Schätzungen, wonach die Zahl der Pflegegeld-Bezieher bis 2030 um etwa 65 Prozent ansteigen werde, sei die langfristige Finanzierung des angepassten Pflegegeldes von seiten der öffentlichen Hand solidarisch und nachhaltig abzusichern.

 

Franz Schnabl ist seit 2004 Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. Auf seine Initiative wurde im vergangenen Jahr ein umfassendes Modernisierungs- und Reorganisationsprogramm gestartet – mit dem Ziel, die traditionsreichen Stärken des ASBÖ weiter auszubauen und um professionelle soziale Dienstleistungen zu erweitern. Der Samariterbund wurde 1927 gegründet und bietet heute Rettungs- und Krankentransporte, Notarzt- und Ambulanz-Dienste, Katastrophenhilfsdienste national und international, Aus- und Weiterbildungskurse sowie eine breite Palette an sozialen Services für Menschen in problematischen Lebenssituationen an.

 

Rückfragehinweis: Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs Bundesverband

Erika Bettstein

1150 Wien, Hollergasse 2-6

Tel.: 89 145-186

erika.bettstein@samariterbund.net