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Samariterbund zu Kdolsky-Entwurf: Qualität und Sicherheit im Pflegebereich ist Frage der Ausbildung

Anlässlich der heute auslaufenden, sehr kurzen Begutachtungsfrist zu dem Gesetzesentwurf zur Ausweitung der Befugnisse der Betreuer im Rahmen der 24-Stunden-Pflege meldet sich der Samariterbund (ASBÖ) kritisch zu Wort. Der ASBÖ lehnt die Übertragung von Tätigkeiten, für die bisher aus gutem Grunde diplomiertes, speziell ausgebildetes Fachpersonal nötig war, an Laien ohne entsprechende Ausbildung kategorisch ab.


Symbolbild Pflege

Franz Schnabl, Präsident des Samariterbundes, macht Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky auf weitreichende Folgen ihres vorschnellen Gesetzesentwurfes aufmerksam: „Die erweiterten Befugnisse für Laien bedeuten nicht nur eine Gefahr für die betreuten Menschen, sondern stellen auch ein enormes, rechtliches Risiko für die diplomierten Fachkräfte, die Ärzte und die verantwortliche Organisation dar. Fehlbehandlungen können fatale gesundheitliche Folgen haben. Für die haftet dann aber nicht nur der Laie.“

 

Aber auch im Sinne einer arbeitspolitischen Gleichberechtigung ist eine Gleichstellung mit engagiertem Personal, das meist Jahre in umfangreiche und auch kostenintensive Ausbildungen investiert hat, ungerecht und widerspricht auch jedem Streben nach höchster Qualität im Pflege- und Gesundheitsbereich. „Es ist für mich unverständlich, warum Laien nun Tätigkeiten ausüben sollen und dürfen, die etwa für Rettungssanitäter mit 260 Stunden Ausbildung klar verboten sind“, so Schnabl.

 

Der Samariterbund fordert daher auch für Betreuungspersonen eine Grundausbildung, die es ihnen ermöglicht, kritische Situationen zu erkennen und entsprechende Reaktionen zu setzen. Weiters wiederholt die Non-Profit-Organisation ihre Überzeugung, dass Pflege und Betreuung Kernaufgaben eines Sozialstaates sind. Pflegebedürftige und deren Angehörige sollten künftig keine Geld-, sondern tatsächliche Sachleistungen (keine Gutscheine) in Form von Pflege und Betreuung erhalten. Die Einschätzung des Pflegeaufwandes, derzeit die Pflegegeldeinstufung, soll zudem dem Pflegefachpersonal anvertraut werden. Seit Inkrafttreten des Gesundheits- und Krankenpflegegesetztes (GuKG) 1997 ist klar, dass die Einschätzung eines Pflegebedarfs in den § 14 „Eigenverantwortlicher Tätigkeitsbereich“ der Pflegeperson fällt.

 

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs erbringt seine Dienstleistungen im Bereich des Rettungs- und Krankentransports, der Katastrophenhilfs- und Sanitätsdienste, der ambulanten und stationären Pflege und Betreuung sowie anderer sozialer Dienste, wie etwa der Flüchtlings- und Obdachlosenbetreuung. Er tut dies im Bemühen um höchstmögliche Qualität. Diese hohe Qualität auch durch gesetzliche Vorgaben zu gewährleisten, ist aus Sicht des ASBÖ unerlässlich.

 

Rückfragehinweis:

 

 

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Helmut Melzer

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