Inhalt
< vorheriger Artikel

Samariterjugend: Kinder brauchen klare Wertorientierung

Anlässlich des internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni macht der Samariterbund auf andere weit verbreitete Formen der Sucht aufmerksam: Die neuen Süchte heißen Glücksspiel, übermäßiger Internetkonsum und zielloses Shoppen über dem Kontolimit.


Besonders Kinder und Jugendliche sind anfällig für Verlockungen der Neuen Medien. Die aktuellen „Laster“ der Jugend sind häufig leise und versteckt. Astronomische Handyrechnungen dafür umso deutlicher und lassen bereits Jugendliche in die Schuldenfalle tappen. Einkaufstouren befriedigen kurz das Bedürfnis nach Erfüllung, aber die Waren selbst spielen nur beim Erwerb eine Rolle und landen danach meistens unausgepackt in der Ecke. Stundenlanges, stumpfes Sitzen vor dem Computer wird Alltag.

 

Moderne Fallen

 

Eine neue Identität gewünscht? Ein Klick. Glücklich, traurig? Das Passende wird sich schon finden. Das Internet bietet eine Flut an Informationen und Möglichkeiten des Austauschs, während reale Begegnungen dagegen oft angsteinflößend sind. Wenn statt Flirten im Park nur noch über SMS verkehrt wird, könnte es bereits bedenklich werden.

 

Neben der Sprach- und Bewegungsarmut leidet vor allem die Gefühlswelt. Die Symptome ähneln bekannten Süchten wie Alkohol-, Nikotin- oder Medikamentenabhängigkeit: Depressionen und Angststörungen, Kontroll- und Selbstwertverlust sowie unstillbares Verlangen nach immer mehr sind die Folge. Jede Stunde ohne Computer/ Handy/ Gameboy wird zur Qual.

 

Die Ursachen sind vielfältig. Sie reichen von familiären oder schulischen Problemen bis hin zu materiellem Gruppenzwang und einer allgemein fehlenden Wertorientierung. Genau hier setzt der Samariterbund mit seinen Jugendgruppen an. Die Wertschätzung für sich selbst und andere lässt sich am besten in gemeinsamen Aktivitäten finden. Erfahrenen Betreuerinnen und Betreuern vermitteln spielerisch soziale Kompetenz und sind offene Anlaufstellen für alle Ängste und Probleme. Vom Erlernen der Ersten Hilfe bis hin zum Zeltlager – das Motto lautet: Gemeinsam sind wir stark.

 

„Uns muss klar sein, dass Sucht – in welcher Form auch immer – eine Flucht aus der Realität bedeutet. Kinder, die keine Werte vermittelt bekommen und die mit ihren Problemen fertig werden müssen, sind besonders anfällig für Suchtverhalten“, erklärt ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller.

 

Eine Aufklärungskampagne speziell für Jugendliche und deren Eltern startet im Herbst mit einer Reihe von Veranstaltungen. Diese Kampagne ist eine Initiative der Bundesjugend mit dem Hintergrund, Jugendliche bestmöglich zu informieren und sie damit vor schleichenden Suchtgefahren zu schützen.

 

 

Rückfragehinweis:

 

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs

Bundesverband

Martina Vitek, Tel.: 0664 358 23 86

martina.vitek@samariterbund.net