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Sanitäter des ASBÖ betreuten Konzert von Tokio Hotel in Wien

Am 21.03.06 gastierte Tokio Hotel vor ca. 8.600 kreischenden Fans in der Wiener Stadthalle. Wir hatten bei dieser Veranstaltung Ambulanzdienst, dies hieß für uns Großeinsatz, da man mit einem verstärktem Patientenansturm rechnen musste (sehr junge Patienten 6-15 Jahre).


Wir waren mit zwei Notärzten, 50 Rettungs- /NotfallsanitäterInnen sowie einem Rettungswagen, 50 Ambulanzbetten und ausreichendem Ambulanzmaterial (Notarztkoffer,Rettungssanitäterrucksack, Wasserkanister, Krankentragen etc.) im Einsatz. Schon bei mehreren Einsatzbesprechungen in den Tagen vor dem Konzert wurde festgelegt, wie wir den Einsatz anlegen werden um die Betreuung des zu erwartenden Patientenansturmes optimal versorgen zu können.

Das erste Team (fünf SanitäterInnen) war bereits ab 7:00 Uhr vor Ort, da einige Fans trotz Schultag bereits in der Nacht anwesend waren.

Ein zweites Team (15 SanitäterInnen und ein Notarzt) waren ab 12:00 Uhr im Einsatz und ein drittes Team mit zweitem Notarzt und RTW ab 16.00 Uhr. Die meisten der 8.600 Fans standen bereits in Schlangen vor der Halle. Um die wartenden Kids vor Durst und Kälte zu schützen verabreichten wir ca. 300 Liter warmen Tee und hunderte windabweisende Plastikfolien. Um 16:30 Uhr war Einlass: Die Fans rannten in die Halle, der Security Ordnerdienst griff ein und wir bremsten die laufende Schar so, dass jeder noch rechzeitig einen Platz fast ganz vorne erreichen konnte.

Bereits bei der Vorgruppe waren schon einige Kids mit Kreislaufproblemen behandelt worden.

Gegen 19.45 Uhr kam dann Tokio Hotel auf die Bühne und es ging richtig los:

Kreischende Fans und gegen 21:30 Uhr zählten wir schon 192 Patientinnen im Alter zwischen 9 und 15 Jahren, die meisten mit Kreislaufschwäche, Ohnmachtsanfällen, Erschöpfung sowie Hysterie; zwei Patientinnen mussten wir ins Krankenhaus bringen (sie waren aber spätabends wieder gesund zu Hause). Die letzte Patientin verließ uns gemeinsam mit ihrem Vater um 22:10 Uhr.

Der gesamte Einsatz war um 23:00 Uhr nach Wegräumen unserer Utensilien beendet. Bilanz des Tages: 192 Interventionen, 2 Abtransporte, 50 müde aber glückliche Samariter, Lob vom Veranstalter und Tourmanagement sowie von unseren Notärzten und unserem Einsatzleiter für die professionelle Arbeit. Man darf nicht vergessen, dass wir freiwillige RettungssanitäterInnen sind. Solche Einsätze sind für uns zwar schon fast Routine, aber immer wieder eine neue Herausforderung das Gelernte auch in die Tat umsetzen zu können.

Als Verfasser dieses Berichtes möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, einmal Dankeschön an die Stadthallen-MitarbeiterInnen zu sagen, denn ohne ihre Arbeit könnten so viele verschiedene Veranstaltungen innerhalb weniger Tage nicht durchgeführt werden.

Ein Dankeschön auch an die SamariterInnen, ohne deren Bereitschaft auf Freizeitverzicht (Ausbildung, Weiterbildung und Dienste) könnten solche Dienste von uns nicht betreut werden.

Herbert HOFMANN

Obmann ASBÖ-Gruppe

Rudolfsheim-Fünfhaus, Wien