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Sommerfest am Winkeläckerweg

Vergangenen Samstag lud die Flüchtlingsbetreuung des Samariterbunds Wien zum traditionellen Sommerfest. Dabei wurde feierlich der neue Spielplatz eröffnet, der auch von Kindern aus der Umgebung genutzt werden kann.


Bei strahlendem Sonnenschein wurde bewiesen, dass ein Miteinander der Kulturen und eine Integration durchaus möglich sind. „Vor allem die Kleinen haben keine Berührungsängste. Kinder sind bekanntlich international“, so Oliver Löhlein, Landesgeschäftsführer Samariterbund Wien.

 

Neben kulinarischen Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern gab es für Jung und Alt „Piraten-Action“. Für Spaß sorgten die „Roten Nasen“ Clowns. Die Gäste konnten außerdem die Einrichtung besichtigen und erfahren, welche Leistungen der Samariterbund Wien bei der Flüchtlingsbetreuung seit mehreren Jahren im Auftrag des Fonds Soziales Wien erbringt. Menschen, die vor Krieg, Folter und Menschenrechtsverletzungen nach Österreich geflüchtet sind, finden hier Schutz und ein vorübergehendes Zuhause. Die Herkunftsländer der Flüchtlinge sind die aktuellen Krisenherde der Welt: Georgien, Tschetschenien, Afghanistan, die Mongolei oder der Libanon.

 

Dem Samariterbund ist es wichtig, dass die BewohnerInnen die österreichische Kultur kennenlernen und dabei die Wurzeln der Betroffenen nicht vergessen werden. Neben 12 Sprachen, die im Team des Samariterbunds gesprochen werden, sind auch das Wissen um die unterschiedliche Herkunftskultur und der respektvolle Umgang damit unverzichtbar. Neben den alltäglichen Dingen des Lebens bietet das Team des Winkeläckerwegs eine Vielzahl an Betreuungsangebote. So werden für Kinder und Jugendliche spezielle Aktivitäten organisiert, wie der Besuch der Nationalbibliothek oder des Parlaments, für Erwachsene gibt es Deutschkurse.

 

Das Samariter-Flüchtlingsheim Winkeläckerweg ermöglicht AsylwerberInnen eine Grundversorgung, während sie auf den Ausgang des Asylverfahrens warten. In dieser Zeit ist es den BewohnerInnen de facto gesetzlich nicht möglich, einer bezahlten Arbeit nachzugehen. Dass das Ausüben eines Berufs auch sehr viel mit Selbstbestätigung und dem Gefühl, einen sinnvollen Platz in der Gesellschaft innezuhaben, zu tun hat, versteht sich von selbst und zeigt die Schwierigkeit der Situation. „Wir schließen uns daher den Forderungen des UN-Flüchtlingshochkommissariats an, den Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen nach sechs Monaten Aufenthalt in Österreich zu öffnen. Viele Flüchtlinge könnten und würden gerne arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen und die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. So könnten sie auch aus ökonomischer Sicht etwas Sinnvolles beitragen“, so Löhlein.